Donnerstag, 16. November 2017

Landkreis Uelzen soll Planungen offenlegen

Plant der Landkreis Uelzen eine „Naturschutz“-Stiftung als juristisches Feigenblatt für A-39-Naturzerstörungen?

Umweltverband LBU fordert Offenlegung der Planungen


Eine rasche Information der Öffentlichkeit und Transparenz bei der geplanten Gründung einer neuen Stiftung fordert der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) von den Verantwortlichen des Landkreises Uelzen. Der plane offenbar eine Stiftung, die vermutlich „Naturschutz“ im Namen tragen solle, die aber offensichtlich als Instrument dienen solle, die Natur- und Umwelt-Zerstörung durch die A 39 und deren naturschutzrechtliche „Ausgleichsversuche“ rechtlich abzusichern.

Laut LBU-Vertreter Eckehard Niemann habe man am Rande einer heutigen Veranstaltung der A-39-Planer in Bad Bevensen erfahren müssen, dass die bereits laufenden, nichtöffentlichen Planungen des Landkreises auch dazu dienen sollen, die Durchschneidung der sehr seltenen und streng geschützten Ortolan-Vorkommen im Südkreis möglich zu machen. Für den Schutz dieser stark gefährdeten Vogelart (Gartenammer) habe das Land Niedersachsen auch europaweit eine besondere Verantwortung, weil im östlichen Landkreis Uelzen und im Wendland die letzten wesentlichen Standorte vorgefunden würden, die durch den vordringenden Maisanbau und den Rückgang von Hackfrüchten zusätzlich bedroht seien.

Was das Bundesumweltministerium in seiner Stellungnahme zur Linienbestimmung der geplanten A 39 hinsichtlich der Durchschneidung des Vogelschutzgebiets Ostheide schon angemahnt habe, das bewahrheitet sich laut LBU nun: Die A 39 zerstöre mit ihrer Trasse nicht nur zahlreiche Ortolan-Brutstätten, sondern trenne etwa 70 Brutpaare von den anderen Populationen ab, wobei diese „Verinselung“ auch durch naturschutzrechtliche Kompensations-Maßnahmen nicht ausgleichbar sei. Dass in diesem Falle die A 39 nicht gebaut werden dürfe, sei den A-39-Planern bewusst und erkläre deren immer umfangreichere Aktivitäten, doch noch irgendeine Möglichkeit zum „Ausgleich“ zu finden.

Ortolan (Emberiza hortulana)
Ortolan (Emberiza hortulana)
Laut LBU haben mehrere Ortolan-Experten darauf hingewiesen, dass eine von anderen Populationen abgeschnittene und verinselte Ortolan-Population von 70 Brutpaaren auf Dauer in ihrer Existenz bedroht sei. Dies liege an einer Besonderheit dieser Vogelart, bei der die verinselten standorttreuen Männchen westlich der A 39 auf den jährlichen Zuflug junger Weibchen aus dem Bereich östlich der Autobahn angewiesen seien. Da die Singgemeinschaften und Kontaktmöglichkeiten der Ortolane aber durch die A 39 abgeschnitten würden, käme es zu einem Aussterben der westlichen Populationen.

Da dies von der EU nicht hingenommen würde, müssen die Planer laut LBU noch vor der Planfeststellung dezidiert nachweisen, dass der Erhalt auch dieser verinselten Populationen durch Naturschutzmaßnahmen gesichert werden könne. Da der Ortolan auf sandige, trockene Standorte auf extensiv mit Sommergetreide bewirtschafteten Kleinflächen entlang von Baum- und Heckenstrukturen angewiesen sei, suchten sie Planer deshalb seit Jahren weitgehend vergeblich nach Landwirten, die im Vertragsnaturschutz solche Bewirtschaftungsmethoden und die Schaffung von Saumstrukturen auf mindestens 200 Hektar Acker durchführten oder gar mit Schlagverkleinerungen einverstanden seien.

Dass bisher kaum ein Landwirt einen solchen Vertrag – trotz massiver Anwerbeveranstaltungen - abgeschlossen hat, führt Eckehard Niemann auf folgende Umstände zurück: Eine solche Bewirtschaftung mit extensivem Sommergetreide, weitem Saatreihen-Abstand und Einschränkungen der Beregnung sei unrentabel und nur gegen Prämien im Vertragsnaturschutz möglich. Die vom A-39-verantwortlichen Bundesverkehrsministerium zusätzlich angebotenen Ortolan-Schutz-Programme mit ihren zusätzlichen Bewirtschaftungs-Auflagen würden jedoch nicht besser entgolten als ähnliche Programme des Landes Niedersachsen ohne diese Zusatzauflagen. Außerdem seien viele Landwirte abgeschreckt durch die zu erwartenden häufigen Kontrollbesuche von Naturschutz-Beauftragten auf ihren Äckern, durch die Sorge vor möglichen Durchteilungen von großen Feldern und eventueller ordnungsrechtlicher Festschreibung dieses Status.

Vor allem aber, so der LBU, müsse das Weiterbestehen solcher „produktions-integrierter Kompensationsmaßnahmen (PIK) für die gesamte Zeit abgesichert werden, solange auch die A 39 existiere. Kaum ein Landwirt werde aber einem entsprechenden Dauer-Eintrag in sein Grundbuch mit der Pflicht einer solchen Flächenbewirtschaftung zustimmen. Genau diese Lücke wolle der Landkreis nun offenbar mit seinem geplanten Stiftungsvermögen schließen, aus dessen Zinsen angeblich dauerhaft Beträge an wechselnde Landwirte gezahlt werden sollten, die sich für einen gewissen Zeitraum zu solche Ortolanschutz-Flächenbewirtschaftungen an wechselnden Orten verpflichteten.

LBU-Vertreter Niemann wies darauf hin, dass auch diese Stiftung keineswegs eine dauerhafte Absicherung von Ortolanschutz-Programmen darstelle, zumal selbst der Erfolg solcher Maßnahmen bisher nicht nachweisbar sei. Die Verinselung einer relevanten Ortolan-Population durch die Durchschneidung und Verlärmung der Gesamtpopulation sei deshalb aller Voraussicht nach unlösbar. Insofern dürfe der Landkreis Uelzen mit einer „Naturschutz“-Stiftung auch kein juristisches Feigenblatt für eine solche Naturzerstörung bereitstellen. „Das beste Förderungsprogramm für den bedrohten Ortolan“, so Niemann, „ist die Beendigung der ohnehin unsinnigen und regionsschädlichen Planung einer zerstörerischen A 39“.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Mittwoch, 8. November 2017

Weitere gescheiterte A39-Planfeststellung im Bereich Lüneburg?

Bürgerinitiativen-Verband LBU erwartet erneutes Scheitern der A- 39-Planfeststellungs-Versuche im Bereich Lüneburg

Mit einer abermals hohen Zahl von Einwendungen gegen den Bau der geplanten A 39 rechnet der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen auch bei der zweiten Neuauflage des Planfeststellungsverfahrens für den A-39-Abschnitt Lüneburg. Die Einwendungsfrist für Bürgerinnen und Bürger, der 8.11., gelte zudem nicht für öffentliche Körperschaften wie die Stadt Lüneburg, von der ebenfalls gravierende Einwendungen hinsichtlich des Lärm- und Immissionsschutzes an der Ost-Umgehung zu erwarten seien. Es sei, so LBU-Vertreter Eckehard Niemann, auch bei diesem neuerlichen Planfeststellungs-Versuch mit einem Scheitern der Planer zu rechnen, und danach letztendlich - nach vermutlich weiteren Planfeststellungs-Anläufen - auch mit aussichtsreichen Klagen der A-39-Gegner und evt. auch der Stadt Lüneburg.
Der LBU weist auf folgende gravierende Schwachpunkte der erneut versuchten Planfeststellung hin:
  • Das ursprünglich zur Nord-Süd- und zugleich Ost-West-Erschließung des norddeutschen Raums geplante Konzept von zwei parallelen Autobahnen A 14 (Schwerin-Magdeburg) und A 39 (Lüneburg-Wolfsburg) mit einer Querspange B190n (über Salzwedel) sei bereits vor dem Raumordnungsverfahren auch von offiziellen Gutachtern als unsinnig eingeschätzt worden.
  • Dieses ohnehin schon fragwürdige Konzept sei nach der aktuellen Herabstufung der Querspange im Bundesverkehrsplan nun endgültig ad absurdum geführt. Dies und der voranschreitende Bau der parallelen A 14 mache die A 39 noch unsinniger; ebenso der Ausbau von A 7, A 2 und B 4.
  • Das alte schlechte Nutzen-Kosten-Verhältnis sei deshalb vermutlich längst unter den Schwellenwert von 1,0 gesunken: auch wegen falscher Annahmen über die Hamburger Hafen-Umschläge, wegen der neu zu bewertenden Effekte der Alpha-Schienen-Variante und ebenso wegen längst veralteter Zahlen zu Baukosten, PKW- und LKW- Immissionen.
  • Die A 39 seit mitnichten ein Lückenschluss, sondern ein Neubau, weil die in A 39 umbenannte A 250 (Maschen-Lüneburg) dem Anschluss Lüneburgs an Hamburg gedient habe und nicht den für die A 39 propagierten Zwecken.
  • Der Planungsauftrag für die A 39 werde nicht eingehalten, weil im Bereich der Umgehung Lüneburg von den überregionalen Zwecken der A 39 eklatant abgewichen und lediglich eine Stadtautobahn geplant werde, die zudem auch die Ziele einer Stadtautobahn nicht erfüllen und zu Staus und Unfällen führen werde - die Kurvenradien seien zu eng, es gebe keinen Regelquerschnitt und kein wirklich tragfähiges Umleitungs- und Unfallkonzept.
  • Dies alles sei die Folge davon, dass beim Raumordnungsverfahren und der Linienbestimmung diese Faktoren nicht berücksichtigt und eine Null-Variante bzw. der Ausbau der B 4 als Alternative nie ernsthaft untersucht worden seien.
  • Die naturschutzfachlichen Gutachten und Kartierungen seien zudem veraltet, die Annahmen und geplanten Regelungen zu Lärm- und Immissionsschutz der Anwohner nicht zutreffend.
  • Angesichts zahlreicher ungelöster bzw. unlösbarer Naturschutz-Konflikte im gesamten vorgesehenen Verlauf der A 39 (in den weiteren Abschnitten, z.B. FFH-Gebiets-Durchschneidungen, Verinselung von Ortolan-Vorkommen etc.) könne mitnichten davon ausgegangen werden, dass für alle Abschnitte eine Planfeststellung oder ein Bau realisierbar wären. Deshalb könne kein einzelner Abschnitt planfestgestellt und gebaut werden, solange nicht alle Abschnitte insgesamt planfestgestellt und rechtlich baureif seien; die einzelnen Abschnitte hätten keine eigene verkehrliche Bedeutung - auch nicht der Abschnitt 1 (Lüneburg).
  • Die A 39 habe auch nach offiziellen Unterlagen keinen regionalen Nutzen – sie schade der Region, ihrer Landwirtschaft, ihrer Wirtschaft und ihrem Gesundheits- und Tourismus-Sektor.
  • Man sei zwar über eine A 39 eventuell 15 Minuten früher in Maschen, von wo aus aber die Staus – wegen der zusätzlichen Verkehre und einem fehlenden Ausbau der Straßen und Parkplätze in und um Hamburg – die Ankunft in Hamburg voraussichtlich um mindestens 45 Minuten zusätzlich verzögern würden.

Der LBU rief SPD und CDU erneut dazu auf, die perspektivlosen und millionenteuren A-39-Planungen zu beenden und stattdessen den bereits begonnenen Ausbau der B 4 und den Ausbau des ÖPNV und des Schienenausbaus rasch weiter voranzubringen.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Mittwoch, 1. November 2017

Bald große A39-Koalition in Niedersachsen?

Hallo zusammen,

bei der Aussicht auf eine große Autobahnkoalition mit SPD und CDU in Niedersachsen, könnte man leicht in Herbstdepressionen verfallen. Dennoch sollten wir optimistisch bleiben und uns an die Fakten halten! Die A39 ist keine Lösung für mehr Mobilität und Wirtschaftswachstum in unserer Region. Es braucht lediglich noch Zeit, bis diese Erkenntnis in den Köpfen aller Verantwortlichen angekommen ist. Bis dahin müssen wir tatkräftig bei den Planungen am Ball bleiben und somit den Herren und Damen die notwendige Zeit zum nachdenken verschaffen.

Am kommenden Sonntag 5.11. findet in Hohnstorf (29553 Bienenbüttel) von 11-16Uhr ein Einwendungsoffice für das Planänderungsverfahren im Abschnitt 1 statt.

Ich kann nur jedem empfehlen einen kleiner Familienausflug zu unseren tatkräftigen Unterstützern in Norden zu machen. Wer einmal den Zusammenhalt in diesem kleinen beschaulichen Ortsteil von Bienenbüttel erlebt hat, der weiß wieso sie es geschafft haben die dort geplante Tank- und Rastanlage von den Plänen zu bekommen. Für das leibliche Wohl wird mit Kaffee, Kuchen Bratwurst und Kaltgetränken gesorgt.

Wie Eingangs erwähnt, wird eine große Autobahnkoalition in den kommenden Jahren auch Erfolge feiern müssen. Damit es nur bei Spatenstichfotos für die nächsten Wahlkämpfe bleibt, brauchen wir, beziehungsweise unser Dachverband, einen starken Rechtsbeistand. Deswegen hier ein Spendenaufruf für den Verein Zukunftswege.



Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Freitag, 29. September 2017

Mischt sich Straßenbaubehörde aktiv in die A39-Autobahnpolitik ein?

Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr soll Straßenmeisterei beauftragt haben, die A39-Protestschilder zu demontieren?

Hallo zusammen,


heute morgen stellte ich fest, dass an unserem kleinen Protestwagen sämtliche Schilder demontiert waren. Daraufhin sprach ich einen Mitarbeiter der Straßenmeisterei Vorsfelde an, welcher in seinem Einsatzfahrzeug in der Nähe stand. Dieser sagte mir, dass es höchste Zeit sei, die Schilder abzunehmen. Das wäre unerlaubte Werbung!?

Von Straßenmeisterei Vorsfelde demontierte A39-Protestschilder
Zerstörte A39-Schilder

Ich schaute mir darauf den Anhänger an und konnte dort zerstückelten Einzelteile unserer Schilder erkennen. Im Vorbeigehen sagte er mir noch, dass der Wagen ja schließlich auf dem Grundstück der Straßenbauhörde stehen soll?!

Nach unseren Recherchen soll der Auftrag an die Straßenmeisterei Vorsfelde, scheinbar von Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, direkt vom stellvertretenden Leiter Michael Peuke, kommen!?

A39 Protestwagen - Strassenmeisterei hängt Schilder wieder auf
Wiederherstellungsversuch
 Nachdem Karin Loock die Polizei informiert hatte, wurde von der Straßenmeisterei versucht, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Der kleine Protestwagen blieb so wie auf dem Video zu sehen. Am großen Wagen wurden die teils beschädigten Schilder mit Schrauben notdürftig befestigt. Beim nächsten Sturm werden sie vermutlich je nach Windrichtung entweder auf dem Acker oder auf der B248 fliegen.
A39 Protestwagen - Strassenmeisterei hängt Schilder wieder auf
Wiederherstellungsversuch
Die Protestwagen sind unser Eigentum, sollte tatsächlich die Standfläche mittlerweile der Behörde gehören, so hätte man uns sicher informieren müssen über die geplanten Maßnahmen..

Greift Landebehörde in Politik ein?

Ich frage mich nun, ob das nicht schon ein Eingriff in die Politik ist, falls die Behörde es tatsächlich in Auftrag gegeben hat?! Auch eine Straßenbaubehörde hat sich - meiner Meinung nach - neutral zur geplanten Autobahn A39 zu verhalten.
Wir werden noch weitere Recherchen betreiben. Sollte sich heraus stellen, dass der Landesbehörde tatsächlich die Fläche gehört. Dann hätten sie uns doch informieren können, und wir hätten die Protestwagen ein paar Meter weiter gefahren. So sieht es nach Sachbeschädigung aus und wir werden rechtliche Schritte prüfen.

Update vom 30.09.17: In der Zeitung übernimmt nun der Leiter der Behörde Bernd Mühlnickel die Verantwortung und entschuldigt sich dafür.


Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.


Freitag, 22. September 2017

Armselige Autobahnfreunde besprühen Protestschilder

Hallo zusammen,

pünktlich zu unserem DEMO-Jubiläum wurde unser Protestwagen wieder einmal Opfer von offensichtlichen Autobahnfreunden. Zugegeben, die Wagen könnten mal wieder eine Auffrischung gebrauchen. Andererseits zeigen sie auch deutlich wie viel Zeit mittlerweile vergangen ist.

Was wollen der oder die armseligen Figuren damit erreichen? Gehören die zu den Personenkreis, die sich von der IHK Wolfsburg-Lüneburg Pro-A39 Schilder aufs Auto kleben oder in den Vorgarten stellen? Anstatt sich mal wirklich mit dem Thema auseinander zu setzen, wird nur gestört, gejammert und gefordert. Eine in diesen Tagen sehr verbreitete Unsitte in Deutschland. Solche Menschen bringen unser Land nicht voran, wenn sie an veralteten Ideologien krampfhaft festhalten wollen.




Schmiererei auf dem Feldweg daneben
Stop making sense (Deutsch: Hör auf, Sinn zu machen) war auch ein Filmtitel eines Konzertfilms einer meiner Lieblingsbands aus den 80ern. Mit Sicherheit hatten damals die Talking Heads etwas anderes im Sinn, als sie diesen Albumtitel ausgedacht haben. Der recht erfolgreiche Titelsong dieses Albums "Psycho Killer" wurde damals auch im Jembker Hof gespielt. Die erste Zeile des Songs lautet auf deutsch: "Ich scheine die Fakten nicht wahrhaben zu wollen". Tja liebe(r) Schmierfink(en), dass nenne ich mal ein klassisches Eigentor!


Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Wir haben viel erreicht in den letzten 5 Jahren

Hallo zusammen,

heute vor 5 Jahren am 22. September 2012 gab es die bis dahin größte DEMO im Boldecker Land. Fast 500 Bürger*innen protestierten friedlich gegen die geplante Tank- und Rastanlage zwischen Jembke und Tappenbeck.


Kaum jemand hätte vor 5 Jahren auch nur einen Cent darauf gesetzt, dass im Jahr 2017 die Bagger noch nicht mal in Sichtweite sind. Dass wir mit unseren Stimmen ein halbes Jahr später die Landesregierung absetzen und somit die Turbogelder für die A39-Planung gestrichen werden.
Auch der Posten des Nachfolgers vom Samtgemeindebürgermeister Leusmann schien damals in trockenen Tüchern. Doch dann kam unsere Anja Meier.

Mein 10-Jahres-Ausblick Anfang 2014 passte zum Glück nicht ganz. Damals habe ich auch die Wiederwahl von Angela Merkel voraus gesagt. Trotzdem sollten wir am kommenden Sonntag zur Bundestagswahl gehen und für ein weltoffenes, zukunftsorientiertes und nachhaltiges Deutschland stimmen.

Wenn am 15. Oktober der neue Landtag in Niedersachsen gewählt wird. Dann können wir ebenfalls mit unseren Wahlzetteln dafür sorgen, dass die Bagger auch weitere 5 Jahre keine Autobahntrasse ausheben.

Mittlerweile ist unser Samtgemeinderat um die Farbe Grün bereichert worden. Die Zahl der Bürger*innen welche an eine segensreiche A39 glauben schon deutlich gesunken. In einigen Jahren wird auch der Rest verstanden haben, dass es sinnvollere Lösungen für die Mobilität hier vor Ort geben kann. Die B4 wird ja bereits "heimlich" Stück für Stück zu einer 2+1 Bundesstraße umgebaut. Und wenn endlich alle an einem Strang ziehen, dann sind auch die Staus im Schichtverkehr irgendwann Geschichte.

Mein Plan für die nächsten Wochen.

Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Umweltverband LBU sieht „sehr gute Chancen“ zur Verhinderung der A39

Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen sieht „sehr gute Chancen“, die Planfeststellung bzw. den Bau des südlichsten Abschnitts der geplanten A 39 zu verhindern – und damit auch die gesamten weiteren Abschnitte einer  A 39. Er sieht sich einig mit der Positionierung der Samtgemeinde Boldecker Land, die von einem bundesweit  renommierten Verkehrsexperten ein Gutachten zur  geplanten Tank- und Rastanlage habe erstellen lassen, welches „optimale Klagemöglichkeiten“ biete (so Samtgemeindebürgermeisterin Anja Meier). Auch die Stadt Wolfsburg und die Gemeinde Sassenburg hätten gravierende Verkehrs-Probleme durch den A-39-Bau angemahnt.

LBU-Vertreter Eckehard Niemann verwies auch auf zahlreiche Einwendungen von Naturschutzverbänden, dem Bürgerinitiativen-Dachverband „Keine A 39!“ und vielen Bürgerinnen und Bürger im laufenden Planfeststellungs-Verfahren, das - nach gravierenden Mängeln der zuvor vorgelegten Unterlagen - nun schon „in die zweite Runde“ habe gehen müssen. Aber nach wie vor, so der LBU, gebe es so substantielle Mängel bei Linienbestimmung, Verkehrsberechnungen, Lärmschutz, Eingriffen und Kompensation, dass mit dem erneuten Scheitern zu rechnen sei. 

„Die Schäden der geplanten A 39 für Umwelt, Anwohner, Landwirte und für unsere ganze Region sind überdeutlich“, so Niemann, „der behauptete Nutzen lässt sich leicht durch das miserable und sich immer weiter verschlechternde Nutzen-Kosten-Verhältnis widerlegen.“ Hinzu komme, dass der laufende Bau der nur 70 km parallel von der A 39 verlaufenden A 14 die volkswirtschaftliche Sinnigkeit der A 39 noch weiter in Frage stelle: zumal die ursprünglich zum Gesamtkonzept gehörende Querspange B 190n (Verbindung zwischen A 14 und A 39) nun nicht mehr im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans stehe.

Der lange angemahnte, jetzt begonnene und weiter fortzuführende Ausbau der B 4 nach dem 2+1-Überholsystem erfülle die Bedarfe der Region weitaus besser. Hinzu komme, dass der Container-Umschlag Umsatz des Hamburger Hafens zukünftig eher stagnieren werde. HHLA-Hafengesellschafts-Chefin Titzrath laut NDR vor einigen Tagen bei der Hauptversammlung: „ Das Zeitalter der Containerisierung hat seinen Höhepunkt überschritten. Hamburg könne froh sein, wenn der Containerumschlag gleich bleibt.“

Einen weiteren Beleg für die volkswirtschaftliche Unsinnigkeit einer A 39 sieht der LBU in den aktuellen Forderungskatalogen des Unternehmensverbands Logistik und der IHK Niedersachsen, in denen der Bau einer A 39 abermals nicht vorkomme. Der

LBU erinnerte an frühere Positionierungen Hamburgs, in denen ebenfalls die A 39 kaum genannt worden sei. Und dies, obwohl von A-39-Lobbyisten immer noch behauptet werde, die A 39 habe eine Bedeutung für den Hinterland-Verkehr des Hafens Hamburg.

An den neu vorgelegten Planunterlagen kritisiert der LBU, dass nunmehr überraschend und fälschlicherweise behauptet werde, dieser Südabschnitt habe - wie jeder einzelne weitere Planabschnitt zwischen Lüneburg und Wolfsburg - jeweils für sich betrachtet, eine selbstständige verkehrswirksame Bedeutung. Die A-39-Gegner und der LBU halten demgegenüber fest, dass natürlich keiner dieser Einzelabschnitte eine eigene verkehrliche Relevanz habe und dass laut Rechtsprechung deshalb jeder einzelne dieser Abschnitte erst dann gebaut werden könne, wenn sämtliche 7 Abschnitte als überhaupt machbar planfestgestellt worden seien. Die in den neuen Planfeststellungsunterlagen aufgestellte Behauptung, so der LBU, ziele darauf, mit dem Vorab-Bau eines einzelnen Abschnitts Fakten zu schaffen, um diese rechtliche Vorgabe zu unterlaufen. Diese Taktik werde allerdings von den A 39-Gegnern nötigenfalls per Klage unterbunden werden – um einen teuren Einzelabschnitts-Torso ohne nachfolgende A 39 zu verhindern.

Die in diesem Zusammenhang von den Planern aufgestellte Behauptung, dass der Gesamtplanung der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg keine unüberwindbaren Hindernisse entgegenstehen würden, bezeichnet der LBU als unverantwortlich-falsch: „Wir verweisen in diesem Zusammenhang exemplarisch auf die Auswirkungen einer A 39 auf das FFH-Gebiet Ilmenau mit Nebenbächen und auf die Frage des Eingriffs in die standortgebundene und nicht umsiedelbare Ortolan-Population mit Durchschneidung und mit Verinselung einer Teilpopulation – wobei die Frage des Ausgleichs bisher völlig ungelöst und auch unlösbar ist (Abschnitt 4).“

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Mittwoch, 7. Juni 2017

In drei Schritten Einwendung zur A39 einreichen

Am 16. Juni läuft Einwendungsfrist zum A39-Planfeststellungsänderungsverfahren ab


Jeder darf eine eigene Einwendung unterschreiben. Man hat dadurch keine Nachteile! Jede Einwendung sorgt dafür, dass die Planungsbehörde den Autobahnneubau genau prüfen muss. Auch Bundesbürger welche von dem Projekt nicht unmittelbar betroffen sind, sollten unterzeichnen. Denn es betrifft alle Steuerzahler welche das Geld lieber in Projekte mit einem höheren Nutzen-Kosten-Faktor investiert sehen. Oder eben ganz normale Menschen, die den Flächenverbrauch in Deutschland nachhaltiger gestalten wollen.
  1. Quickeinwand-Vorlage hier herunterladen
  2. Eigene Adresse ergänzen und ausdrucken
  3. Unterschreiben und an folgende Adresse schicken
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Dezernat 33 (Planfeststellungsbehörde) Göttinger Chaussee 76 A 30453 Hannover

Oder per Fax an:  0511-30-34-20-99

Optional: Unterschriftenliste herunterladen zur Beteiligung an der Einwendung des Dachverbandes Keine! A39. Gehen sie damit in der Familie, bei Freunden, Nachbarn Unterschriften sammeln und senden sie es ebenfalls an die vorgenannten Kontaktdaten.

Dienstag, 6. Juni 2017

LBU zu Autobahn-Forderungen von Logistik-Verband und IHK Niedersachsen


Einen erneuten Beleg für die volkswirtschaftliche Unsinnigkeit einer A 39 sieht der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen in den aktuellen Forderungskatalogen des Unternehmensverbands Logistik und der IHK Niedersachsen, in denen der Bau einer A 39 abermals nicht vorkomme. Der LBU erinnerte an frühere Positionierungen Hamburgs, in denen ebenfalls die A 39 kaum genannt worden sei.  Und dies, obwohl von A-39-Lobbyisten immer noch behauptet werde, die A 39 habe eine Bedeutung für den Hinterland-Verkehr des Hafens Hamburg.

Laut LBU-Vertreter Eckehard Niemann wird damit abermals das Projekt A 39 als Wahlkampf-Instrument entlarvt, das seinerzeit Ex-Bundeskanzler Schröder in Wahlkampfzeiten in den Bundesverkehrswegeplan gehievt habe, obwohl es damals und auch heute ein sehr schlechtes Nutzen-Kosten-Verhältnis und damit kaum eine volkswirtschaftliche oder regionalwirtschaftliche Bedeutung  habe.  

Dies, so der LBU,  gelte im Übrigen ebenso für die geforderte A 20 – besonders in Anbetracht der stagnierenden Umsätze des Hafens Hamburg und vorhandener anderer Verkehrswege.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Montag, 29. Mai 2017

Erneute Trickserei bei A39 Planung?

LBU wirft A-39-Planern eine bürger- und regionsschädliche „Trickserei“ vor

Ein „jahrelanges Taktieren zu Lasten von Bürgern und Region“ wirft der  Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Planern und Lobbyisten der geplanten A 39 vor: Entgegen dem rotgrünen Koalitionsvertrag habe die Landesregierung zum neuen Bundesverkehrswegeplan keine sachgerechte B-4-Ausbauplanung als Alternative zu einer A 39 eingereicht. So sei auch der lang geforderte Ausbau der Bundesstraße B 4 (nach dem 2+1-Überholstreifen-System) jahrelang unter anderem wegen Behauptungen der Lüneburger Straßenbaubehörde unterblieben, wonach diese Lösung bautechnisch nur schwer realisierbar sei. Erst jetzt werde dieser Ausbau – in Verlängerung der Ortsumfahrung Kirchweyhe – zumindest bis Tätendorf angekündigt, leider immer noch nicht bis Melbeck. Immerhin, so der LBU, sei der nun geplante B4-Teilausbau ein Indiz dafür, dass die A-39-Lobby hinsichtlich der Bau-Aussichten der A 39 noch unsicherer geworden sei.

„Unserer Meinung nach“, so LBU-Vertreter Eckehard Niemann, „ist diese überfällige Verbesserung des B-4-Verkehrsflusses seit Jahren hintertrieben worden, um keine Alternative zur A 39 zuzulassen.“ Ähnliches gelte für den Lärmschutz an der Lüneburger Ortsumfahrung, welche man den Anwohnern zunächst erst mit einem späteren Ausbau der A 39 zugestehen wollte – die aber wegen der weiteren Verzögerungen der A-39-Planung nun doch auch ohne A 39 möglich sei.

Eine ähnliche „Trickserei“ moniert der LBU im laufenden Planfeststellungsverfahren zum A-39-Südabschnitt. Die Mehrheit der Einwender hatte im Jahre 2015 den Wolfsburger Erörterungstermin aus Protest verlassen, weil aktuelle Verkehrsprognosen in den damaligen Plan-Unterlagen nicht berücksichtigt worden waren und weil bei einem der Veranstaltungs-Moderatoren die Frage nach der offensichtlichen Befangenheit nicht geklärt wurde. Das habe dazu geführt, dass nun neue Planunterlagen erstellt werden mussten, vermutlich mit einem neuerlichen Erörterungstermin zu den zusätzlichen Einwendungen.

An diesen neuen Planunterlagen kritisiert unter anderem der LBU, dass nunmehr überraschend und fälschlicherweise behauptet werde, dieser Südabschnitt habe - wie angeblich auch alle weiteren Planabschnitte zwischen Lüneburg und Wolfsburg - jeweils für sich betrachtet eine selbstständige verkehrswirksame Bedeutung. Die A-39-Gegner und der LBU halten demgegenüber fest, dass natürlich keiner dieser Einzelabschnitte eine eigene verkehrliche Relevanz habe und dass laut Rechtsprechung deshalb jeder einzelne dieser Abschnitte erst dann gebaut werden könne, wenn sämtliche 7 Abschnitte als überhaupt machbar planfestgestellt worden seien. Die in den neuen Planfeststellungsunterlagen aufgestellte Behauptung, so der LBU, ziele darauf, mit dem Vorab-Bau eines einzelnen Abschnitts Fakten zu schaffen, um diese rechtliche Vorgabe zu unterlaufen. Diese Taktik werde allerdings von den A 39-Gegnern nötigenfalls per Klage unterbunden werden – um den Bau eines teuren Einzelabschnitts-Torso ohne nachfolgende A 39 zu verhindern.

Die in diesem Zusammenhang von den Planern aufgestellte Behauptung, dass der Gesamtplanung der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg keine unüberwindbaren Hindernisse entgegenstehen würden, bezeichnet der LBU als unverantwortlich-falsch: „Wir verweisen in diesem Zusammenhang exemplarisch auf die Auswirkungen einer A 39 auf das FFH-Gebiet Ilmenau mit Nebenbächen und auf die Frage des Eingriffs in die standortgebundene und nicht umsiedelbare Ortolan-Population mit Durchschneidung und mit Verinselung einer Teilpopulation – wobei die Frage des Ausgleichs bisher völlig ungelöst und auch unlösbar ist (Abschnitt 4).“

Weitere Einwendungen beziehen sich u.a. auf die fehlerhafte Umsetzung der Verkehrsprognose auf das Projekt, die mangelhafte Berücksichtigung von Eingriffen und Kompensationen und die nicht ausreichende Berücksichtigung von Anwohner-Betroffenheit (u.a. durch eine Rast- und Tankanlage). Auch die Betroffenheit von Grundeigentümern und Landwirten durch den Bau einer A 39 nebst Kompensationsmaßnahmen und deren Folgen auf Landverlust und Bodenmarkt wird laut LBU nicht zutreffend behandelt. Zudem fehle immer noch die vorgeschriebene alternative Nullvarianten-Planung bzw. alternative Planung des Ausbaus anderer Straßen (einschließlich Umgehungen).

LBU-Vertreter Eckehard Niemann rief Bürgerinnen und Bürger zwischen Lüneburg und Wolfsburg auf, sich von dem nur scheinbaren Planungs-Fortschritt einer A 39 nicht blenden zu lassen. Im neuen Bundesverkehrswegeplan sei die A 39 in keine bessere Einstufung eingeordnet worden als in den vorherigen 10 Jahren. Die behauptete Verkehrs- und Regionalbedeutung sei längst widerlegt durch das relativ zu anderen Projekten schlechte Nutzen-Kosten-Verhältnis, durch Gutachten und durch die vermutlich weiter andauernde Stagnation des Hamburger Hafens.

Das schöngerechnete Nutzen-Kosten-Verhältnis verschlechtere sich zudem kontinuierlich weiter, weil der bisher berechnete Wert weder die Baukosten-Steigerungen der letzten Jahre noch die der nächsten Jahre berücksichtigte. Hinzu komme jetzt noch, dass der konkurrierende Bau der parallel verlaufenden (wenn auch ebenso unsinnigen)  A 14 weiter voranschreite. Die Tatsache, dass die als Querspange zwischen A 14 und A 39 vorgesehene B 190n nicht mehr im Vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans stehe, sei ein weiteres deutliches Indiz dafür, dass die A 39 unter den angemeldeten Verkehrsprojekten eine vergleichsweise geringe Lobby habe und deshalb vermutlich nicht finanziert werde.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Mittwoch, 12. April 2017

Frohe Ostern 2017 ohne A39 und Weckruf!

Erneutes Planfeststellungsverfahren zum Abschnitt 7 im Mai



Hallo zusammen,

da hat uns die Straßenbaubehörde ein schönes Ei ins Nest gelegt, denn vom 3.5. bis zum 2.6.2017 werden die korrigierten Planungsunterlagen für unseren Abschnitt 7 (Weyhausen-Ehra) ausgelegt. Das bedeutet nun für uns noch einmal Ärmel hochkrempeln und alle Vorbereitungen treffen, damit wir mit qualifizierten Einwendungen unsere Rechte sichern.

B248 zwischen Tappenbeck und Jembke

Die Sprecher der Bürgerinitiativen und auch vom BA-Tappenbeck waren in den letzten eher ruhigen Monaten weiterhin aktiv. Nun gilt es für die Bürger*innen gleich nach dem Osterfest wieder aktiv zu werden und mit anzupacken bei den anstehenden Aufgaben wie z.B. einem Einwendungs-Office.

Das selbst große Nonsensprojekte wie die PKW-Maut durchgeboxt werden, sollte uns eine Warnung sein. Obwohl die geplante A39 auf dem großen Straßenbauwunschzettel weit abgeschlagen zu finden ist, können wir uns nicht darauf verlassen, dass der Bund das Geld doch zuerst in die sinnvolleren Straßenbauprojekte am Anfang der Liste investiert.

Während Ferlemann, Lies und Co. weiterhin mit zuversichtlichen Autobahnversprechen auf Wählerfang gehen, müssen wir sachlich und besonnen handeln. Dabei wissen wir ja alle wie schwer es ist, gegen alternativen Fakten anzukommen. Da höchstwahrscheinlich weder Ferlemann noch Lies in der nächsten Legislaturperiode Bundesverkehrsminister werden, wird es sehr wahrscheinlich wieder jemand von CSU den größten Teil der Gelder in seine Heimat lotsen.

Letztendlich wird das Schicksal des geplanten A39-Neubaus am Verwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Deswegen hier noch mal meine Aufforderung dem Schutz- und Klagefond beizutreten. Wer dazu Fragen hat, kann sich auch direkt an mich wenden.

Fazit: Plant im Mai Zeit für Einwendungen ein!

Frohe Osterfest und viel Kraft für die kommenden Aufgaben,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Dienstag, 21. März 2017

A39-Baubeginn-Ankündigungen sind leere Zweckpropaganda 

Erster Spatenstich ist noch lange nicht in Sichtweite

Der niedersächsische Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) geht – im Gegensatz zu „optimistischen Zweckmeldungen des Nordland-Autobahn-Vereins“ - davon aus, dass sich die beiden laufenden Planfeststellungsverfahren für die ersten zwei der sieben Planungsabschnitte der geplanten A 39 noch weiter verzögern werden und dass die absolut unsichere Entscheidung über die Baureife für die gesamte A 39 in unbestimmbarer Ferne liege. In beiden dieser Planfeststellungs-verfahren (für den nördlichsten und den südlichsten Planabschnitt) müssten neue Verkehrsprognosen und Rahmenbedingungen eingearbeitet werden, vermutlich auch nochmals nach den noch ausstehenden Erörterungsterminen. Ohnehin gebe es keinen Baubeginn für einen Einzelabschnitt, sondern allenfalls eine Baureife nach abgeschlossenen Planfeststellungen aller 7 Abschnitte. Ein solcher Planfeststellungsbeschluss würde dann von den Autobahngegnern mit guten Argumenten beklagt werden, selbstverständlich mit aufschiebender Wirkung hinsichtlich eines beabsichtigten Baubeginns (sofern bis dahin die begrenzten Finanzmittel nicht ohnehin aufgebraucht wären).
Die IHK Lüneburg-Wolfsburg - ein Lobbyverband
Einige Medien hatten zuvor über einen Newsletter des IHK-nahen „Nordland-Autobahn-Vereins“ berichtet, der sich auf Spekulationen des niedersächsischen Verkehrsministers Lies bzw. der Autobahnplaner über einen ersten Spatenstich für den Südabschnitt schon im Jahre 2018, von zwei weiteren Abschnitten im Jahr 2019 und von allen 7 Abschnitten im Jahre 2020 berufen hatte. LBU-Vertreter Eckehard Niemann bezeichnete all dies als „wenig verantwortliche und unseriöse Zweck-Propaganda“, die der betroffenen Region Sand in die Augen streuen solle – abermals zu Lasten des wirklich anstehenden und regionaldienlichen Ausbaus der Bundesstraße B4.
Die unendliche Geschichte einer Autobahn
Der LBU erinnerte an die Inhaltsleere früherer Ankündigungen: Im August 2007 habe der damalige Ministerpräsident Wulff von einem Baubeginn ab 2010 geredet, im Februar 2009 der CDU-Politiker Althusmann von einem Baubeginn 2014. Der CDU-Landtagsabgeordnete Hillmer habe dann im Juli 2012 im Beisein des damaligen Ministerpräsidenten McAllister einen Baubeginn für 2013 versprochen. Im November 2015 habe sich dann Bundesstaatssekretär Ferlemann mit der Losung hervorgetan, das Baurecht für den ersten Abschnitt könne schon 2017 vorliegen. Minister Lies habe im Frühjahr 2015 von 2017 geredet, um danach dann im April 2016 von seiner Vorfreude auf einen ersten Spatenstich im Jahre 2018 oder 2019 zu schwärmen.
LBU-Sprecher Eckehard Niemann rief die A-39-Betroffenen auf, derlei Versprechen der A-39-Lobbyisten keinen Glauben zu schenken. Die Politiker sollten sich solcher Parolen im Interesse der Seriosität und der Glaubwürdigkeit zukünftig besser enthalten. Niemann: „Die A 39 wird aller Voraussicht nach am Sankt-Nimmerleinstag gebaut werden…“

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Montag, 6. März 2017

B 4 erhält weiteres 3spuriges Teilstück


Pressemitteilung des Dachverbandes „Keine A 39“Schritt in die richtige Richtung

Der Dachverband „Keine A 39“ begrüßt die Entscheidung der Landesstraßenbaubehörde, auf einem weiteren Teilstück der B 4 den Verkehr nach dem 2+1-Prinzip, also auf 3 Spuren zu führen. Seit langem schon fordert der Dachverband „Keine A 39“, die Bundesstraße 4 zwischen Lüneburg und Gifhorn mit Ortsumgehungen als Alternative zur geplanten Autobahn A 39 dreispurig auszubauen.



Der Überholdruck wird gesenkt

Die Landesstraßenbaubehörde wird die Strecke zwischen Tätendorf und der bereits dreispurigen Ortsumfahrung Kirchweihe ummarkieren. Danach wird die B 4 auch auf diesem Teilstück einen 2+1-Querschnitt haben. Die „AZ“ zitiert den Behördenleiter Dirk Möller mit den Worten, man habe an anderer Stelle mit einer solchen Maßnahme sehr gute Erfahrungen gemacht. „Der >Überholdruck< werde gesenkt, die Verkehrssituation dadurch insgesamt sicherer.“


Trippelschrittchen in die richtige Richtung

Es ist zwar nur ein Trippelschrittchen in die richtige Richtung, aber es weckt die Hoffnung, dass es auch bei den Straßenplanern so etwas wie einen Lerneffekt geben könne. Um den Verkehr zwischen Lüneburg und Gifhorn flüssiger und sicherer zu machen, wäre der konsequente Ausbau der B 4 die einzig richtige Maßnahme. Verbunden mit Ortsumgehungen würde er den Menschen in der Region echte Entlastung bringen. Es ist völlig unnötig, Natur und Ackerland einer komplett neuen Autobahntrasse zu opfern, die zudem mittelfristig nicht zu einer Entlastung der B4-Anwohner führen würde.


B4 wird häppchenweise zur Alternative

Die Landesbaubehörde betont, die Umstellung auf drei Fahrspuren zwischen Tätendorf und Kirchweihe bedeute keinen „Ausbau“ der Straße. Die bereits vorhandene Breite von 11 Metern erlaube es, die Straße dreispurig umzumarkieren. Daran ist richtig, dass, solange die Planungen für die A 39 nicht gestoppt werden, kein Geld in den durchgehenden dreispurigen Ausbau der B 4 und die erforderlichen Ortsumgehungen investiert werden wird. Dabei wäre es höchste Zeit, im Interesse der Anwohner der B 4 und der Verkehrssicherheit, den Ausbau der B 4 als Alternative zur Autobahn nicht nur häppchenweise zuzulassen, sondern konsequent voranzutreiben.

KEINE A39 - Dachverband der A 39-Gegner Tel.: 05823 953181
Mistelbachweg 23, 29553 Bienenbüttel
www.keine-a39.de info[at]keine-a39.de

Dienstag, 28. Februar 2017

Neumarkierung der B4 ist ein Teilerfolg vernünftiger Verkehrspolitik

2+1-Markierung auf weiteren Teilstrecken und Ortsumgehungen als Alternative zur A 39
 

2+1 Fahrsteifen durch Neumarkierung der B4

Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen begrüßt die Ankündigung der niedersächsischen Straßenbaubehörde, die Bundesstraße B 4 zwischen der Ortsumgehung Kirchweyhe und Tätendorf  dreispurig gemäß dem 2+1-System mit abwechselnden Überholspuren umzumarkieren.  Die bisherige zweispurige Regelung mit zwei kaum genutzten, breiten Seitenstreifen habe zu vielen waghalsigen und gefährlichen Überholmanövern und auch zu Unglücksfällen geführt.  Zugleich bringe die Neumarkierung eine deutliche Verbesserung des Verkehrsflusses auf der B 4. Diese von den Bürgerinitiativen gegen eine A 39 seit mehr als 10 Jahren immer wieder massiv eingeforderte 2+1-Lösung müsse nun rasch auch auf anderen Teilstrecken zwischen Tätendorf und Melbeck umgesetzt werden, ergänzt durch Ortsumgehungen z.B. für Jelmstorf und Melbeck.

Eine gute Alternative zum Neubau der A39

LBU-Vertreter Eckehard Niemann verwies darauf, dass Verantwortliche der Straßenbaubehörde in den vergangenen Jahren immer wieder behauptet hätten, eine 2+1-Lösung sei auf der B 4 angeblich nicht möglich und zulässig. Die jetzige Ankündigung genau dieser Neumarkierung lege jetzt den Verdacht nahe, dass die Straßenbaubehörde diese von der Landesregierung zum Bundesverkehrswegeplan angemeldete Alternative zum Bau der unsinnigen A 39 bisher nicht umgesetzt habe, um die A-39-Planungen nicht in Frage zu stellen.  Wenn diese Neumarkierung der B 4 nunmehr zumindest teilweise umgesetzt werden müsse, dann liege dies an der nicht mehr hinnehmbaren Unfallträchtigkeit der bisherigen Markierung und möglicherweise auch an der wachsenden Einsicht der Planer, dass für die 7 Plan-Abschnitte einer eventuellen A 39 in absehbarer Zeit oder generell keine Baureife zu erwarten sei.





Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel