Mittwoch, 26. August 2015

IHK A39-Werbefilme schaden laut LBU der Region

LBU fordert von der IHK ein Ende des Herunterredens der Region und ihrer Menschen

Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) zieht aus dem Anschauen neuer Werbefilm-Spots der IHK Lüneburg die Erkenntnis, dass die Argumentationslage der IHK-Spitze für „unsere A 39“ nach wie recht dürftig bleibt. Viele der längst widerlegten und recht platten Versprechungen hinsichtlich angeblich  autobahn-verursachter Segnungen für Region, Wirtschaft, Tourismus oder Infrastruktur würden hier lediglich erneut aufgewärmt und mit Musik unterlegt. Schlimm an den Werbefilmchen sei allerdings, dass die Region im Dienste einer irrealen A-39-Ideologie heruntergeredet werde, so dass die hier lebenden Menschen vielen Zuschauern wie unfähige Hinterwäldler erscheinen müssten.

„Die zuweilen unfreiwillige Komik in diesen Werbespots darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie hier unsere Region mit ihren Menschen von der IHK in düstersten Farben heruntergeredet wird“ - so LBU-Vertreter Eckehard Niemann. Das sei z.B. der Fall bei zwei präsentierten Unternehmern, die es einfach nicht auf die Reihe kriegen würden, ohne eine A 39 ihr Rohmaterial oder auch nur Nahrungsmittel rechtzeitig in die Region zu schaffen. Auch eine angebliche Familie müsste demnach ohne die A 39 quasi „alleinerziehend“ ohne Vater bleiben. Ein künftiger Vater sieht sich in einem Spot vor die Frage gestellt, ob man hierzulande bei der Geburt des Kindes überhaupt ein Krankenhaus erreichen könnte oder ob man wegen der Erreichbarkeit einer Klinik nicht doch besser „den Standort“ wechseln müsse. Auch Fans des VfL Wolfsburg stellt ein Werbefilm als unfähig dar, rechtzeitig das Stadion zu erreichen.

Der LBU fordert denn auch die IHK-Spitze auf, das aus IHK-Mitgliedsbeitragen finanzierte Schlechtreden unserer Region zu beenden, sich mit den fundierten Argumenten der A-39-Gegner sachlich auseinanderzusetzen und sich endlich - anstelle der unfinanzierbaren und schädlichen A-39-Ideologie – für einen realistischen und wirklich regionaldienlichen Ausbau bestehender Verkehrswege einzusetzen.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Donnerstag, 20. August 2015

Kritik an A39-Versprechungen von Minister Lies

Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) kritisiert Landesverkehrsminister Olaf Lies (SPD) wegen seiner völlig illusionären Ankündigungen eines Baus der Autobahnen A 39 und A 20. Wenn es bei der anstehenden Neubewertung dieser Projekte durch das Bundesverkehrsministerium auch nur halbwegs ehrlich zugehe, würden diese Projekte wegen schlechter Nutzen-Kosten-Verhältnisse bzw. ökologischer K.O.-Kriterien überhaupt nicht für den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans oder gar des „vordringlichen Bedarfs plus“ in Frage kommen. Dafür werde auch die bundesweite Konkurrenz unter den vielen weiteren angemeldeten Verkehrsprojekten sorgen, zumal die zur Verfügung stehenden Bundesmittel ohnehin kaum für die dringliche Reparatur der bestehenden Autobahnen ausreiche. Zudem sei bisher keine Teilstrecke der in Planung befindlichen Autobahn-Projekte überhaupt planfestgestellt, außerdem stünden aussichtsreiche Klagen an - wodurch die gesamten Projekte auch formal gar nicht für den Bundesverkehrswegeplan in Frage kommen könnten. Der LBU rief Minister Lies und alle Politiker auf, endlich mit der Realisierung eines regionaldienlichen und die Ortschaften entlastenden Ausbaus bestehender Verkehrswege zu beginnen.

Speziell am jüngsten Auftritt von Minister Lies in Bad Bevensen, zu dem man bezeichnenderweise bewusst zunächst nur A-39-Befürworter eingeladen habe, kritisierte der LBU abermals die unhaltbaren Begründungsversuche von Lies für die Ex-Wahlkampfautobahn von Ex-Kanzler Schröder: Die angebliche Funktion der A 39 für eine Hinterland-Anbindung des Hafens Hamburgs werde nicht nur durch das immer schlechtere Nutzen-Kosten-Verhältnis widerlegt, sondern auch durch die Tatsache, dass das Land Hamburg in seiner Benennung wichtiger Verkehrsprojekte im Umland die A 39 regelmäßig nicht mit aufführe. Zudem löse die anstehende Hinterland-Anbindung per Bahn (mit verbessertem Lärmschutz für Anwohner der dann dreigleisigen Strecke Lüneburg-Uelzen und mit der Verlagerung der Verkehre auf den Bahn-Ostkorridor) viel effektiver und rascher alle Bedarfe der Häfen.

Kritik übte der LBU auch an den Verlautbarungen von Uelzens Landrat Blume: „Eine A 39 würde das Pendeln zwischen dörflichem Wohnort und Hamburg mitnichten erleichtern“, so LBU-Vertreter Eckehard Niemann, „weil dann zusätzlich geschaffene Verkehre vielleicht 10 Minuten früher in Maschen wären, um dann – auf dem Weg in eine City ohne Parkplätze – noch eine halbe Stunde länger im Stau vor Elbbrücken oder Elbtunnel zu stehen!“ Die kühne Behauptung Blumes von einer angeblichen Mehrheit der Bürger im Landkreis pro A 39 lasse sich leicht mit dem Hinweis auf zahlreiche Kontra-39-Abstimmungsergebnisse der Heimatzeitungen widerlegen und mit der satten Zweidrittelmehrheit der Bienenbütteler einer Bürgerbefragung gegen einen A-39-Anschluss. Blume mache zudem auch den gerechtfertigten Widerstand im Landkreis gegen eine zerschneidende Y-Bahn-Neubautrasse unglaubwürdig, wenn er eine unsinnige Zerschneidung durch die A 39 befürworte.

Das „illusionäre A-39-Gerede“, so der LBU, dürfe nicht weiter als „kommunalpolitisches Feigenblatt“ davon ablenken, dass auch für Uelzen jetzt endlich der Ausbau des Personen-Nahverkehrs, ein regionaldienlicher Ausbau der B 4 und eine intelligentere Standort-Politik anstünden. LBU-Sprecher bewertete es als positives Signal, dass auch der bisherige A-39-Befürworter und CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer nunmehr Veranstaltungen zum Ausbau der B 4 organisiere. Niemann: „Gut, dass die A-39-Ideologien nun bald und für alle sichtbar an den verkehrspolitischen Realitäten zerschellen werden und endlich der Weg frei wird für regionaldienliche Lösungen …“

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel