Dienstag, 25. März 2014

A39-Gutachten der IHK ein Remake von "Des Kaisers neue Kleider"

Hallo zusammen,

in den 80er hatten wir in der Schule eine recht heftige Diskussion zum Thema freie Presse. Unser Klassenlehrer vertrat die Meinung, dass die Regionalpresse wesentlich freier agieren könne, als die großen Verlage. Wir Schüler hielten dagegen. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen und vielleicht wollte uns unser Lehrer nur aus der Reserve locken!?

Wer in ich in den letzten Wochen die Schlagzeilen unserer Zeitungen zu dem A39-Gutachten verfolgte, las oft von einer IHK, welche blühende Landschaften verspricht, und von Autobahngegner, welche dies verhindern wollen. Das die vermeintlich bösen A39-Gegner überwiegend Realisten sind, und angesichts von Milliarden auf der Schuldenuhr auf lohnenswertere Infrastrukturprogramme hinweisen, scheint den Redakteuren zu langweilig!?

Man könnte den Redakteuren sogar handwerkliche Schwächen unterstellen, denn keiner hat die Pressekonferenz der IHK als das entlarvt, was es letztendlich war. Nämlich eine aktuelle Variante des vom dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen verfassten Märchens: Des Kaisers neue Kleider.

Für die Inszenierung hat die IHK keine Kosten und Mühen gescheut. Ein renommiertes Unternehmen aus der Schweiz wurde engagiert. ProgTrans gilt als sehr kompetentes Unternehmen, das u.a. auch die Prognosen für den Bundesverkehrswegeplan erstellt.Um die Reputation nicht zu gefährden, benennen die Experten ihr Gutachten auch eher als Argumentationshilfe. Ein echtes Gutachten müsste eben alle Aspekte berücksichtigen, und nicht nur die vom Auftraggeber gewünschten Punkte.

Die IHK ist eben ein Lobbyverband wie der ADAC. Es ist deren Job, den Leuten glaubhaft zu machen, ihnen mangele es an Verstand, wenn sie die Vorteile der geplanten A39 nicht erkennen würden. Wie im vorgenannten Märchen gibt es zum Glück immer wieder Menschen, welche sich nicht verblenden lassen.

Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Links zu dem Thema:
Verschweigen und Weglassen
Nicht durchsichtig: Das A 39-Gutachten
Die Defizite des A 39-Gutachtens der IHK

Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Mittwoch, 19. März 2014

Werden fehlende regionalpolitische Konzepte durch ein A-39-„Feigenblatt“ verdeckt?

LBU kritisiert perspektivlos-klägliches Pro-A-39-Statement im Uelzener Kreistag

Das von der CDU-FDP-RRP-Gruppe im Uelzener Kreistag eingebrachte Papier zu gemeinsamen Pro-A39-Aktionen von Kommunalpolitikern bewertet der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) als „neuerlichen bedenklichen Ausdruck extremer Bürgerferne“. Während sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger zwischen Lüneburg und Wolfsburg bei vielen Mail-Abstimmungen von Lokalzeitungen und sogar bei einer offiziellen Bürgerbefragung in Bienenbüttel mit deutlicher Mehrheit gegen dieses „regionalschädliche, volkswirtschaftlich unsinnige und unfinanzierbare Wahlkampfprojekt“ ausgesprochen habe, wollten viele Kommunalpolitiker offenbar immer noch fehlende regionalpolitische Konzepte durch ein A-39-„Feigenblatt“ verdecken.

Besonders peinlich sei, dass sich die relativ überschaubare A-39-Lobby gar mit dem Hinweis auf ein vollständig inhaltsleeres IHK-„Gutachten“ zu angeblich möglichen egionalffekten der A 39 aufzupumpen zu suche, mit dem sich auch schon die IHK lächerlich gemacht habe, weil sämtliche wissenschaftlichen Gutachten positive Regionaleffekte durch neue Autobahnen verneinten. Auch die Behauptung in einem Brief von CDU-Politiker Reese von einer angeblichen „großräumigen Verbindung der Wirtschaftsräume in Süd- und Osteuropa mit der Ostsee und Skandinavien“ stoße sich hart an dem „einmalig miesen Nutzen-Kosten-Verhältnis der A 39“ und der Tatsache, dass die Hafenstadt Hamburg die A 39 als dringliches Projekt schon lange nicht mehr aufführe. Auch Reeses Behauptung einer „gravierenden Verkehrsentlastung“ von Bundes- und Landesstraßen sei unglaubwürdig angesichts der jüngst neu geforderten Ortsentlastungsstraße um Bad Bodenteich.

LBU-Vertreter Eckehard Niemann forderte, den von der Landesregierung beim Bund angemeldeten, wirklich regionaldienlichen Ausbau der B 4 endlich energisch zu unterstützen. Kommunalpolitische Autobahn-Lobbyisten dürften die realistischen Chancen der Region nicht weiter ihrer Autobahn-Ideologie opfern.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz
Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel