Mittwoch, 30. Oktober 2013

Umweltverband LBU für realistische Kostenschätzung der A 39

Umweltverband LBU für realistische Kostenschätzung der A 39 und gegen Benennung der A 39 als „Limburger-Bischofs“-,  „Schönefeld-Gedächtnis“-,  „Elbphilharmonie“- oder „Leuphana-Libeskind“-Autobahn


Anlässlich der aktuellen Kritik im Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds, dass bei vielen Großprojekten die Kosten - zwecks leichterer Bewilligung auf politischer Ebene - zunächst künstlich klein gerechnet würden, um dann nach der Antragsbewilligung zu explodieren, erinnert der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen auf die Kostenentwicklung der geplanten A 39:  Während deren Kosten im Jahre 2004 noch mit 0,45 Milliarden angegeben worden seien, müssten Politik und Planer mittlerweile eingestehen, dass diese Autobahn mindestens 1,1 Milliarden kosten werde – was vermutlich bei weitem nicht ausreiche. 

“Damit sinkt natürlich auch das sowieso von Anfang an schlechte Nutzen-Kosten-Verhältnis weiter rasant in den Bereich volkswirtschaftlicher Unwirtschaftlichkeit“, so LBU-Vertreter Eckehard Niemann, „vermutlich wäre das Ex-Wahlkampf-Projekt von Ex-Kanzler Schröder bei wirklich seriöser Kostenschätzung niemals in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswege-Plans gelangt!“

Der LBU gehe davon aus, dass ein derart unsinnig-teures Projekt angesichts der Finanzmittel-Knappheit nunmehr aber nicht abermals in den neuen Bundesverkehrswege-Plan 2015 gelangen werde.  Die Forderung des Steuerzahlerbunds nach künftig wirklich realistischen Kostenprognosen und nach dem Ende eines „unwirtschaftlichen und verschwenderischen Umgangs mit Steuergeldern“ sei auch bei der A 39 endlich ernst zu nehmen. 

Der LBU wandte sich aber gegen Vorschläge, die A 39 in Anlehnung an andere überteuerte Verschwendungs-Bauten künftig als „Limburger-Bischofs--Autobahn“, „Elbphilharmonie-Piste“, „Flughafen-Schönefeld-Gedächtnis-Strecke“ oder als „Leuphana-Libeskind-Trasse“ zu bezeichnen. Der Aspekt der Überteuerung, so LBU-Sprecher Niemann, werde durch solche Namen sicher zutreffend gegeißelt, der  nachgewiesene Aspekt der nachweislich vollständigen Unsinnigkeit dieser Autobahnplanung komme aber bei diesen Begriffen zu kurz. Der LBU plädiere deshalb dafür, bei der bewährten Bezeichnung „Nonsensautobahn“ zu bleiben.  Allerdings sei gegen einen Wettbewerb um möglichst treffende Charakterisierungen dieser geplanten Autobahn natürlich nichts einzuwenden.

Quelle: Pressemitteilung Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide – Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Samstag, 26. Oktober 2013

Spiel mir das Lied vom Bürgermeister und seiner Autobahn

Hallo zusammen,

Noch kein Saloon, kein Rastplatz.
neulich habe ich zusammen mit meinen Sprösslingen einen alten Winnetou-Film angeschaut. Zu meiner Kindheit war das TV-Angebot noch recht überschaubar, doch ein- bis zweimal im Jahr gab es am Sonntag Nachmittag die Geschichten von Old Shatterhand und seinem indianischem Blutsbruder. Anschließend ging es raus in die Jembker Wälder, um den Kampf  "Gut gegen Bösen" nachzuspielen. Damals war nicht nur der Fernseher Schwarz/Weiß, sondern auch meine Sichtweise auf die dargestellte Geschichte. Heute weiß ich, dass Winnetou in Wirklichkeit von einem Franzosen gespielt wurde und Old Shatterhand nicht durch den Wilden Westen ritt, sondern irgendwo im damaligen Jugoslawien unterwegs war.

Als gereifter Erwachsener hat man eben gelernt, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt, sondern die Farbpalette des Lebens noch viele Überraschungen hat. Nur beim Thema A 39 scheint das Gesetz des Wilden Westens immer noch zu gelten!? Die Freunde der Fernstraße stehen sich Auge in Auge gegenüber  mit den Autobahngegnern. Die Guten und die Bösen verteilen sich hier je nach subjektivem Empfinden. Einige glauben sogar, dass ihre subjektive Meinung die einzig objektive Wahrheit ist.

Warum nimmt sich ein Lokalpolitiker nicht mal ein Herz und lenkt das kindische Verhalten in sinnvolle Bahnen!? Pro- und Kontra-A39 zusammen an einen runden Tisch, um zuerst einmal sich und seine Kollegen aus der Schusslinie zu nehmen. Vielleicht raucht dann irgendwann sogar die Friedenspfeife und wir können gemeinsam dafür sorgen, dass uns die Regierungstruppen nicht noch einmal in Rastplatz-Reservate stopfen!?

Derweil reitet einsam ein Dorfsheriff  dem Sonnenuntergang entgegen. Siegesgewiss und fest im Sattel auf dem Weg zu seinem neuen Amt als Marshall vom Boldecker Land. Wie einst Old Shatterhand für die Eisenbahner, kämpft er tapfer für die Autobahner und Saloonbauer. Immer einen Paragraphen zur Hand, um un(m)gezogene Siedler in Schach zu halten.


Ein schönes Wochenende,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Freitag, 25. Oktober 2013

Pressemitteilung: Jembker Bürgermeister verteilt Maulkörbe an A39-Gegner

Bokensdorfer dürfen in Jembker Ratssitzung keine Fragen stellen...


Jembke – Offensichtlich geht es im Jembker Rat nicht ohne »Merkwürdigkeiten« ab. Bei der Ratssitzung am Mittwochabend, zu der über 30 Zuhörer gekommen waren, verbot der stark in der Kritik stehende Bürgermeister Henning Schulze einem Widersacher aus der Bürgerinitiative NATÜRLICH BOLDECKER LAND kurzerhand den Mund. Begründung: Norbert Schulze, der eine Bürgeranfrage an den Rat richten wollte, sei »kein Jembker«.
 »Dies«, so der Betroffene, »hat mich im ersten Moment ziemlich umgehauen. Inzwischen bin ich nur noch verärgert. Auch wenn ich jetzt mit meiner eigenen Familie in Bokensdorf wohne, so bin ich doch gebürtiger Jembker. Ich habe über 30 Jahre hier gelebt und versorge vor allem bis heute noch immer die Hofstelle meiner Eltern und vertrete meine Mutter in allen Angelegenheiten. Wie kann es da sein, dass ich keine Fragen an den Rat stellen darf?«
Dasselbe Schicksal ereilte zuvor schon die politisch interessierte Gifhornerin Marion Köllner, der Schulze kurz und bündig beschied: »Sie sind hier nicht berechtigt, eine Frage zu stellen.«
»Henning Schulze zeichnet sich immer mehr dadurch aus, dass er unangenehmen Themen – in diesem Fall sogar schon prophylaktisch – am liebsten aus dem Weg geht, oder die Verantwortung auf andere Stellen abwälzt«, pflichtet BI-Sprecherin Karin Loock ihrem Mitstreiter Norbert Schulze bei.
Damit spielte sie unter anderem auf die Tatsache an, dass Bürgermeister Schulze ihren am 15. Oktober für die BI gestellten Antrag auf mehr Bürgermitbestimmung in der aktuellen Verkehrspolitik der Gemeinde, mittels eines »Verkehrsbegleitausschusses«, zunächst mal zur Prüfung an die Kommunalaufsicht des Landkreises weitergereicht hatte.
»Aus formellen Gründen, da ich mir nicht bei allen Sachen sicher bin, wie ich die zu behandeln habe, und keinen Fehler machen möchte«, gab das Gemeindeoberhaupt zu. Der Rat werde sich aber »Mitte bis Ende November« in seiner nächsten Sitzung mit dem Antrag der BI beschäftigen und dann auch dazu Stellung nehmen.
In Tappenbeck, wo ein ähnliches Gremium längst geplant ist, braucht man diese Unterstützung offenbar nicht: »Die Idee kam sogar aus den Reihen der Ratsmitglieder, dass uns Bürger der verschiedenen Interessengemeinschaften und Vereine bei unserer schwierigen Aufgabe unterstützen könnten, in der Verkehrspolitik und vor allem beim Thema A 39 den Belangen aller Bürger gerecht zu werden«, so Ratsherr Achim Kohn (WTG). »Bitte noch ein bisschen Geduld, aber wir wollen versuchen dieses Thema sobald wie möglich öffentlich zu behandeln, vielleicht schon in unserer kommenden Ratssitzung.« Er ergänzt mit Augenzwinkern: Bei uns dürfen dann auch Bokensdorfer ihre Fragen zum Thema stellen.«
Erst nach einer Bürgeranfrage von BI-Mitglied Günter Lamprecht konnte am Mittwochabend dann noch geklärt werden, wie sich Bürgermeister Henning Schulze künftig zur A 39 und zum geplanten »Rastplatz Jembke« verhalten will.
Nachdem er sich in der letzten Samtgemeinderatssitzung plötzlich als neuer Rastplatz-Befürworter geoutet hatte, obwohl die überwiegende Mehrheit seiner Bürger eine ablehnende Meinung dazu vertreten, gab Schulze gestern zu Protokoll: »Das ist meine rein persönliche Meinung. Die habe ich als Ratsherr der Samtgemeinde und hier vertrete ich diese Meinung auch als Ratsherr der Gemeinde Jembke.«
Die »persönlichen Gründe«, die er für seinen überraschenden Meinungsumschwung in der Öffentlichkeit anführte, wolle er aber in der nächsten Ratssitzung erklären, wenn er das ganze Thema A 39 »aufgearbeitet habe«.
 Günter Lamprecht fordert daher nachdrücklich: »Umso wichtiger ist es jetzt, dass auch in Jembke eine adäquate Bürgerbeteiligung der Bedeutung des Themas gerecht wird. Ein Bürgermeister oder ein Samtgemeindebürgermeister müssen begreifen, dass sie nicht nach Gutsherrenart autoritär aus ihrer Sicht entscheiden können.«

Offizielle Pressemitteilung der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Sprecherin der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land": Karin Loock, Hauptstr. 43, 38477 Jembke.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Pressemitteilung: A39-Rastanlage: Zweite 10-Meter- Brücke zwischen Jembke und Tappenbeck

In der vergangenen Woche trafen sich Karin Loock und Günter Lamprecht von der Bürgerinitiative NATÜRLICH BOLDECKER LAND in Wolfenbüttel mit den Autobahn- Planern Bernd Mühlnickel, Geschäftsbereichsleiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, und seinem Stellvertreter Michael Peuke zu einem Informationsgespräch. Dabei ging es vor allem um die zwischen Tappenbeck und Jembke ortsnah geplante, 18 Hektar große Tank- und Rastanlage, die die Bewohner beider Orte nachdrücklich ablehnen. Zwei Bürgerumfragen dokumentieren diese Tatsache sehr eindrucksvoll.

Nach letzten Planungen sollen auf dem 44 Fußballfelder großen Areal zwischen Jembke und Tappenbeck auf der bewirtschafteten, westlichen Seite der geplanten Anlage Stellplätze für 125 Lkw, 70 Pkw und 9 Busse bzw. Camping-Fahrzeuge geschaffen werden. Die Ostseite würde mit einer WC-Anlage sowie Stellplätzen für 50 Lkw und 20 Pkw versehen.

Neu ist die Information, dass dabei beide Seiten durch eine 10 Meter hohe Brücke verbunden werden sollen. Man will damit den Autobahnbenutzern beider Fahrtrichtungen die Möglichkeit geben, rund um die Uhr z. B. die gastronomischen Einrichtungen der T+R- Anlage in Anspruch zu nehmen. »Wir haben uns für eine einseitige Bewirtschaftung entschieden, damit sich das Geschäft für den Konzessionär auch lohnt«, so Mühlnickel.

Das erste Haus der Ortschaft Jembke wäre demnach 160 Meter von einer Rastanlage entfernt, die 24 Stunden lang angefahren werden kann. Ein »aktiver Lärmschutz«, wie z. B. Schallschutzwände, sei dennoch »nicht vorgesehen«, so Mühlnickel.

Eine zweite, ebenfalls zehn Meter hohe Brücke würde die dann ehemalige B 248 (her- abgestuft zur Kreisstraße) über die Autobahn führen. Da die gesamte B 248 zwischen Ehra und Tappenbeck zur Kreisstraße herabgestuft werden würde, wenn die A 39 weiter gebaut werden würde, erwartet die Bürgerinitiative NATÜRLICH BOLDECKER LAND einen regen Maut-Ausweichverkehr. Auch angesichts der Tatsache, dass künftig schon Lkw ab 7,5 t auf Autobahnen und Bundesstraßen mautpflichtig werden sollen. Mühlnickel und Peuke behaupteten: »Maut-Ausweichverkehr könne man kaum feststellen«. Karin Loock bezweifelte diese Aussage, angesichts einer fehlenden Untersuchung zu diesem Thema.

Jembker Bürger, die weitere Fragen zur geplanten Tank- und Rastanlage haben, sollten diese am Mittwochabend in der Gemeinderatssitzung ihrem Bürgermeister stellen. Henning Schulze hatte sich kürzlich in einer Samtgemeinderatssitzung nach einem spektakulären Meinungswechsel gegen 82 Prozent der Einwohner seines Dorfes gestellt, indem er den Bau der T+R-Anlage plötzlich befürwortete.

Offizielle Pressemitteilung der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Sprecherin der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land": Karin Loock, Hauptstr. 43, 38477 Jembke. 

Freitag, 18. Oktober 2013

Zwischen nicht können und nicht wollen ist oft nur ein schmaler Grat

Hallo zusammen,

ich fühlte mich am vergangenen Dienstag während der Ratssitzung der Samtgemeinde Boldecker wieder einmal wie lästiges Fußvolk. Vor fast genau einem Jahr verfasste ich den Artikel "Im Palast der Selbstherrlichkeit?" und scheinbar ist seit dem nichts passiert!?

Wieso kochen hier beim Thema A39 immer die Emotionen so schnell hoch? An diesem Abend lies sich sogar der Jembker Bürgermeister Henning Schulze als Rastvorsitzender zu folgendem Statement verleiten: "Ich bin für die A39 und inzwischen auch für die Rastanlage!"  Vor gut einem Jahr wurde er in der Aller Zeitung noch mit „Wir werden das nicht hinnehmen“ zitiert.


Diese konfliktgeladene Aussage hat alle Anwesenden und selbst den noch amtierende Samtgemeindebürgermeister Lothar Leusmann etwas irritiert, zumal sie von seinem designiertem Nachfolger kam. Alle fragten sich, wieso Henning Schulze - ohne Not - solch eine Aussage trifft. Die anschließende Begründung, mit der seiner Meinung nach höheren Sicherheit von bewirtschafteten Rasthöfen, konnte mich nicht überzeugen.

Zur Erläuterung meiner Betroffenheit hole ich hier mal etwas aus. Henning Schulzes und mein Elternhaus stehen in Sichtweite. Schon unsere Väter sind gemeinsam zur Jagd gegangen. Beide würden sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn sie mitbekommen würden, mit wie viel Beton und in welchem Umfang das Jagdgebiet für alle Zeiten für die geplante A39 zerstückelt werden soll. Die Leidenschaft zur Jagd ist bei uns allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt. Er ist ein Jäger aus dem Bilderbuch und meine Jagderfolge in den 16 Jahren beschränken sich auf eine Wildente. Wobei ich mir bis heute nicht sicher bin, ob ich damals wirklich getroffen habe. Dazu passt ebenfalls der Titel dieses Blog-Artikels: "Zwischen nicht können und nicht wollen ist oft nur ein schmaler Grat."

Ich kenne und schätze Henning also seit vielen Jahren. Besonders gefallen hat mir, dass er 2012 die Ortsumgehung für Jembke zum neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet hat. Ganz vorbildlich im Sinne von Bürgerbeteiligung fand ich damals den Arbeitskreis zum Dorferneuerungsprogramm in Jembke. Dort trafen sich ganz normale Bürger zusammen mit Ratsmitgliedern regelmäßig um gemeinsam Lösungen zu finden. Es gab Ortstermine und zum Schluss wurde demokratisch eine Reihenfolge festgelegt.

Wird es nicht langsam mal Zeit, sich beim Thema A39 frei von persönlichen Emotionen und parteipolitischem Druck zu machen? Ich wünsche mir eine sachliche und objektive Diskussion, damit wir die beste Verkehrslösung für die Region bekommen und nicht noch viele Jahre in Ungewissheit und Streit leben müssen.



Ein schönes Wochenende,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Brief an den Rat der Gemeinde Jembke - Betrifft: A 39 / Aktion Bürger informieren Bürger


VernunftBürger
die sich engagieren und mitgestalten.
BÜRGERINITIATIVE NATÜRLICH BOLDECKER LAND
Karin Loock, Sprecherin
Tel. 05366/7729

An
den Rat der Gemeinde Jembke


Betrifft: A 39 / Aktion »Bürger informieren Bürger«

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Ratsmitglieder,
wir, die Mitglieder der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land, haben einmal die kürzlich im Internet bekanntgegebenen Zahlen zur neuesten Verkehrsuntersuchung 2013 der Straßenbaubehörde analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass die Straßenbaubehörde innerorts nur den Durchgangsverkehr zählt… Wie aber will man auf diese Weise in Jembke und auch anderswo die tatsächliche Verkehrsbelastung dokumentieren?
So werden z. B. in Jembke alle Nebenstraßen, die auf die Hauptstraße führen und abführen, gar nicht mit einbezogen! Die Schulstraße beispielsweise taucht deshalb nicht auf, weil sie eine Gemeindestraße ist…
Die Hoitlinger Straße wird mit 600 Kfz pro Tag angegeben, welches wohl kaum den tatsächlichen Zahlen entspricht, wie Sie uns sicher zustimmen werden. Denn: Alle Nebenstraßen sind laut einer Auskunft, die wir von dem für das Verkehrsgutachten zuständige Ingenieurbüro erhielten, sind lediglich geschätzte Zahlen…

Die offiziellen Zahlen für Jembke lauten:
12.900 Kfz jetzt – mit A39 6.500 Kfz
Es wird gesagt, der Verkehr halbiere sich…

Unsere Analyse unter Einbeziehung der Nebenstraßen:
Mindestens 20.500 Kfz jetzt – mit A39 mindestens 14.000 Kfz durch Jembke.

Differenzierte Analyse: siehe beigefügte Anlage.
Fazit: Mindestens 14.000 Kfz – und in Zukunft auch mehr – würden selbst mit einem Weiterbau der A 39 auch weiterhin durch Jembke fahren, da ja wohl niemand erst nach Ehra fährt, um auf die A 39 zu gelangen.
Die B 248 soll mit Bau der A 39 von Tappenbeck bis Ehra zur Kreisstraße herabgestuft werden. Es gibt seitens der Bundesregierung Pläne, alle Bundesstraßen mit einer Maut für Lkw ab 7,5 Tonnen zu belegen…
Mit dem Bau der A 39 wird sich der Mautausweichverkehr durch Jembke demzufolge erhöhen, da auf einer Kreisstraße keine Maut zu zahlen ist.
Zudem hätte Jembke mit Bau der A 39 keine Chance mehr auf eine Umgehungsstraße. Sie würde dann endgültig aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen.
Dagegen könnte mit dem Ausbau der B 4 als Alternative zur A 39 auch für Jembke noch eine Umgehungsstraße nachgemeldet werden (siehe Information der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Frau Böhm).
Wir glauben: Die einzige Lösung für unser Verkehrsproblem in Jembke ist eine Umgehungsstraße, da sich der Verkehr ansonsten nicht wesentlich reduzieren lässt.
Für die kommende Ratssitzung beantragen wir hiermit, folgende Themen zu beraten und beschließen:
Thema Verkehr
Bildung eines Begleitausschusses mit dem Thema Verkehr in Jembke
Verkehrszählung seitens der Gemeinde an der Hauptstraße »Ortsmitte«, damit man die echten Zahlen ermittelt und sich nicht auf die geschätzten Zahlen verlassen muss. Bei der Zählung ist die Bürgerinitiative gerne behilflich.
Thema Planfeststellung A 39
Wie wird damit seitens des Rates umgegangen?
Voraussichtlicher Beginn: Januar 2014 – mit Tank- und Rastanlage.
Zuhilfenahme eines Rechtsbeistandes wegen Einwendungen zur Planfeststellung und eventueller Klage nach dem Planfeststellungsbeschluss.
Einrichtung eines Einwendungsbüros während der sechswöchigen öffentlichen Auslegung der Planfeststellungsunterlagen für alle Jembker Bürger.
Hilfe beim Erstellen von Einwendungen von Bürgern.
Auch dabei ist unsere Bürgerinitiative gerne behilflich.
Schreiben der Gemeinde an das Verkehrsministerium in Hannover, Herrn Minister Lies, mit der Bitte um Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens, bis Klarheit darüber besteht, welche Variante – A 39 oder B 4 – realisiert wird.
Denn: Falls mit dem Planfestellungsbeschluss Baurecht entstehen sollte, kann der Bund 15 Jahre auf sein Baurecht bestehen und Jembke wäre während dieser Zeit an die A 39 gebunden und könnte nichts anderes planen, obwohl die A 39 wegen fehlender Gelder vielleicht niemals gebaut wird.
Die Grundeigentümer hätten dafür ihr Land verloren, welches dann im Besitz des Bundes wäre. Dies war schon einmal in den 70er Jahren der Fall, als der Bund eine Umgehungs-straße westlich von Jembke geplant und genehmigt hatte und die Fläche dafür schon aufgekauft hatte. Aus dem Plan wurde nichts, weil eine Handvoll Bürger dagegen waren.
Thema Gutachten der Samtgemeinde Boldecker Land
Im Frühjahr 2009 gab die SG Boldecker Land ein Gutachten in Auftrag: »A 39 – Chancen und Risiken für die städtebauliche Entwicklung Samtgemeinde Boldecker Land«.
Zu den Erkenntnissen der Experten gehören die, wie sie selber sagen, »ungeschminkten« Schlussfolgerungen, dass »die negativen Einflüsse und Verluste für die Bevölkerung des Boldecker Landes überwiegen werden« und dass es »für die Samtgemeinde nicht viel zu gewinnen geben wird. Die neue Autobahn im Zentrum der Samtgemeinde wird allgegenwärtig sein. ›Das Boldecker Land verliert seine ländlich-dörfliche Unschuld‹«. (…)
»Künftige Wettbewerber für anspruchsvolles ›idyllisches Wohnen‹ werden vermutlich eher in attraktiven Lagen des Stadtgebietes Wolfsburg und/oder im Raum Wittingen/Hankensbüttel erwachsen.« (…) »Mit dem Weiterbau der A 39 werden die … bisherigen Qualitäten des Boldecker Landes verloren gehen.« (…) »Die Zersiedelung wird mit dem Weiterbau der A 39 noch weiter fortschreiten.« Und so weiter!
Die Zusammenfassung jener mit Steuergeldern finanzierten Expertise, die als »Strategie- und Positionspapier« einer »möglichst breit angelegten kommunalpolitischen Diskussion« dienen sollte, sowie als »Argumentationshilfe im Umgang mit übergeordneten Fachbehörden« dienen sollte, wurden den Bürgern jedoch nie zugänglich gemacht!
Wir fordern deshalb: Aufarbeitung und Veröffentlichung dieses Gutachtens.
Wir bitten darum, alle diese Themen mit auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung zu setzen und die entsprechenden Beschlüsse zu fassen.


Die Gemeinde Jembke hat bereits in vorbildlicher Weise dem Mehrheitswunsch ihrer Bürger Rechnung getragen, und sich offiziell gegen die A 39 ausgesprochen. Um damit den Bau einer Tank- und Rastanlage und somit letztlich auch dem Bau der Autobahn durch eine Erhöhung des »Konfliktpotentials« hoffentlich wirksam zu verhindern. Doch wir können noch mehr tun, indem wir auch die fragwürdigen Planungsgrundlagen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr kritisch unter die Lupe nehmen! Bitte unterstützten Sie uns dabei.

Mit freundlichen Grüßen
Karin Loock


Montag, 14. Oktober 2013

Kritisches Gutachten zur A 39 noch immer geheime Verschlusssache?

SG Boldecker Land – Das Gutachten eines Hannoverschen Büros für Stadtplanung und Dorferneuerung, »A 39 – Chancen und Risiken für die städtebauliche Entwicklung Samtgemeinde Boldecker Land«, wird den Bürgern dieser Samtgemeinde noch immer vorenthalten! Vor drei Monaten hatte die Bürgerinitiative NATÜRLICH BOLDECKER LAND diesen Missstand bereits angeprangert und passiert ist bis heute – nichts!

Die Expertise ist noch immer »geheime Verschlusssache« der Samtgemeinde und offenbar einiger Bürgermeister. Wir verlangen nachdrücklich, dass das auf Kosten der Steuerzahler im April 2009 erstellte Gutachten endlich ALLEN Bürgern zugänglich gemacht werden soll, um zur sachlichen Unterstützung der demokratischen Meinungsbildung zu dienen.

Die Bürgerinitiative NATÜRLICH BOLDECKER LAND fordert deshalb alle Bürger auf, die dieses Gutachten ebenfalls lesen möchten, morgen am 15. Oktober um 18:30 Uhr der Samtgemeinderatssitzung in Weyhausen beizuwohnen.

In der Bürgerfragestunde werden wir unserer Forderung Nachdruck verleihen, dieses Gutachten, das die Folgen eines A-39-Weiterbaus ausgesprochen kritisch beleuchtet, endlich auch den Bürgern der Samtgemeinde per Internet zugänglich zu machen!


Zu den Erkenntnissen der Experten gehören die, wie sie selber sagen, ungeschminkten Schlussfolgerungen, dass »die negativen Einflüsse und Verluste für die Bevölkerung des Boldeckers Landes überwiegen werden« und dass es »für die Samtgemeinde nicht viel zu gewinnen geben wird. Die neue Autobahn im Zentrum der Samtgemeinde wird allgegenwär- tig sein. ›Das Boldecker Land verliert seine ländlich-dörfliche Unschuld‹«. (…)

»Künftige Wettbewerber für anspruchsvolles ›idyllisches Wohnen‹ werden vermutlich eher in attraktiven Lagen des Stadtgebietes Wolfsburg und/oder im Raum Wittingen/Hankensbüttel erwachsen.« (…) »Mit dem Weiterbau der A 39 werden die … bisherigen Qualitäten des Boldecker Landes verloren gehen.« (…) »Die Zersiedelung wird mit dem Weiterbau der A 39 noch weiter fortschreiten.« Und so weiter!

Die Zusammenfassung jener Expertise, die als »Strategie- und Positionspapier« einer »möglichst breit angelegten kommunalpolitischen Diskussion« dienen sollte, sowie als »Argumentationshilfe im Umgang mit übergeordneten Fachbehörden« steht nachlesbar im Internet:

http://web.planerwerkstatt3.de/wp-content/uploads/2012/08/Jahresbericht2009_Teil2.pdf

Wir wollen auch den Rest lesen!

Offizielle Pressemitteilung der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Sprecherin der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land": Karin Loock, Hauptstr. 43, 38477 Jembke. 

Sonntag, 6. Oktober 2013

Ein Trojaner der Autobahnplaner?

Hallo zusammen,

die folgende Geschichte ist frei erfunden, oder könnte sich ernsthaft jemand vorstellen, dass so etwas passiert ist?

-- Satire ein ----------------------------------------------------------------------------------------------
Sommer 2013 in der Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Ein Straßenplaner legt etwas genervt den Telefonhörer zurück, weil er eben erfahren hat, dass die Landesregierung ernsthaft den Ausbau der Bundesstraße B4 als Alternative zur A39-Planung prüfen will.

"So ein Mist, jetzt habe ich den Kaffee über die neuen Rasthofpläne im Abschnitt 7 der A39 gekippt. Gerade wollte ich das Ding einem anderen Kuhkaff zuschieben. Naja, auch egal, das habe ich eh versaut, dann muss die Anlage eben zwischen Jembke und Tappenbeck bleiben." ärgert sich der Verkehrsplaner.

Er nimmt die tropfnassen Pläne hoch, knüllt sie zusammen und ab in den Papierkorb damit. "Was ist denn das da für ein vergilbtes Stück Papier unten drunter?", er überlegt weiter. "Mmmh, die Gemeinde Weyhausen wünscht blablabla ... eine zusätzliche Abbiegespur an der B188? Ups, das wollte ich doch schon vor Jahren klären. Zu spät, jetzt mache ich das zusammen mit der A39, also ab in die Tonne damit."

"Moooment, da kommt mir eine Idee!", denkt er laut vor sich hin. "Wenn sich die Leute so sehr die Abbiegespur wünschen, dann mache ich denen jetzt ein Angebot!" Er sinniert weiter: "Der Gemeinderat Weyhausen wird das durchwinken und in Tappenbeck gibt es so eine schöne unbürokratische Regelung, dass der Bürgermeister sogar ohne Ratsbeschluss zustimmen kann. Mit etwas Glück sorgt das sogar noch für Ärger innerhalb der blöden Bürgerinitiative vor Ort und die entsorgt sich selber. Dann kann ich wieder ohne lästige Nachfragen schalten und walten. Bürgerbeteiligung und Transparenz, wie mich das abtörnt." Er räuspert sich kurz und denkt weiter: "Ich kann einfach den Flächennutzungsplan am Knoten A39/B188 ändern, spare mir den Ärger mit den Umweltschützern und nicht zuletzt vereinfacht es das nervige Planfeststellungsverfahren. Herrlich!" "Hoffentlich kommt es Niemanden in den Sinn, dass ich auch Autobahnplaner bin..." lässt er in feinster Rumpelstilzchen-Manier verlauten.
-- Satire aus -------------------------------------------------------------------------------------

Wie gesagt, frei erfunden und so etwas kann es ja zum Glück auch nicht geben in unserem Land, wo alles nach Plan läuft. 150 Meter zusätzliche Abbiegespur zur A39-Auffahrt sollen rechts oben auf dem Bild entstehen, damit sich durch den Ort Weyhausen kein Rückstau mehr bildet. Was auf den ersten Blick als eine logische und erfreuliche Maßnahme erscheint, hat allerdings einen faden Beigeschmack. Denn die verantwortlichen Straßenplaner, planen eben auch die Autobahn durchs Boldecker Land. Wie wir leider wissen, nicht immer im Sinne der betroffenen Bürger. Bürgerbeteiligung und Transparenz scheinen auch im aktuellen Fall wieder einmal auf der Strecke zu bleiben!?

Einen wachsamen Start in die Woche,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.