Dienstag, 30. April 2013

Heute 16Uhr und Samstag 17:30Uhr - Hoher Besuch im Boldecker Land - Seid dabei!

Hallo zusammen,

am kommenden Samstag 17:30Uhr im Tappenbecker Sportheim dürfen wir Dr. Anton Hofreiter MdB, (Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung am Deutschen Bundestag) begrüßen. Herr Hofreiter wird die komplexen Zusammenhänge zum Thema Straßenbau in Deutschland für alle Bürger verständlich machen. Lasst euch diesen Termin nicht entgehen, informiert euch, stellt eure Fragen. Damit seid ihr für kommende A39-Diskussion unter Freunden, Nachbarn oder Arbeitskollegen gut gerüstet. Hier das Plakat zur Veranstaltung und die Facebook Veranstaltungs-Seite

Wenn sich ein Grüner ankündigt, dann kommt plötzlich auch ein schwarzer MdB ins Land. Man merkt, der Wahlkampf tobt!  Heute Abend (30.04. 16 bis 17Uhr) gibt Günter Lach (CDU) eine Bürgerfragestunde im Tappenbecker Gemeindebüro. Er wird sicher die Position der Pro-A39-Fraktion vertreten und wieder einmal die alten Argumente für einen Ausbau der A39 bringen. Eine gute Gelegenheit die Argumente auf den Prüfstein zu stellen. Die werktägliche Blechkarawane durch unsere Orte ist das einzige sichtbare Argument der A39-Befürworter. Hier ein paar Fragen als Anregung dazu:
  • Herr Lach, können Sie uns die aktuellen Verkehrszahlen zur B248 in Tappenbeck nennen?
  • Herr Lach, kennen Sie die Anteile von Regional- und Fernverkehr auf der B248?
  • Sind Sie sich absolut sicher Herr Lach, dass eine Fernstraße eine spürbare und dauerhafte Verkehrsberuhigung für uns Tappenbecker bringen wird?
  • Eine Ortsumgehung wäre deutlich effektiver, günstiger und vor allem schneller zu realisieren in Tappenbeck. Stimmen Sie dieser Aussage zu Herr Lach?
  • Herr Lach, was haben Sie bisher gegen die zwischen Tappenbeck und Jembke  geplante Tank- und Rastanlage konkret unternommen?
  • Herr Lach, Sie sprechen oft von wirtschaftlichem Wachstum im Zusammenhang mit Autobahnbau. Können Sie uns konkret neue Unternehmen nennen, welche sich an der jetzigen geplanten Trasse ansiedeln wollen?
  • Herr Lach, entspricht die Vorgehensweise bei der A39-Planung dem "Handbuch für eine gute Bürgerbeteiligung bei der Planung von Großvorhaben im Verkehrssektor" vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung?
Mal sehen ob Herr Lach eine dieser Fragen konkret beantworten wird!?

Innerhalb weniger Tage haben wir nun Gelegenheit uns direkt von Mitgliedern im Deutschen Bundestag eine Meinung zu bilden. Ich bin mal gespannt, wer in Sachen Glaubwürdigkeit und Kompetenz bei euch punkten kann. :-)

Einen schönen 1. Mai,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Montag, 29. April 2013

Info-Offensive gegen den geplanten Ausbau der A39


Einladung zur
Info-Offensive gegen die A 39
…und für eine schnelle Lösung der Verkehrsprobleme in unserer Region mit größtmöglicher Bürgerbeteiligung
Die Bürgerinitiative »Natürlich Boldecker Land« bekommt Unterstützung! Wir haben
Dr. Anton Hofreiter, MdB
in den Kreis Gifhorn eingeladen.
Der Vorsitzende des Bundesverkehrsausschusses und oberste Verkehrs-Experte von Bündnis 90/Die Grünen wird am Sonnabend, den 4. Mai, ab 17.30 Uhr im Sportheim in Tappenbeck ein Update zu den Planspielen der Bundes-Autobahn-Bauer geben.
Danach können Bürger und gerne auch Lokal-Politiker Fragen zum aktuellen Stand deutscher Autobahn-Politik stellen: Bundesverkehrsminister Ramsauer z. B. plant Autobahnen, für die sein Etat gar nicht zur Finanzierung ausreicht! Wie will er sie bezahlen? Können wir uns die A 39 überhaupt noch »leisten«?
Und wie bezahlen das Land Niedersachsen und der Kreis Gifhorn den Unterhalt der Bundesstraßen, die sie mit dem Autobahnbau übernehmen müssten – wenn in wenigen Jahren keine Mittel mehr aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz fließen?
Was wird aus der Mega-Tank- und Rastanlage zwischen Jembke und Tappenbeck? Kann man dieses Groß-Projekt wirklich so ohne weiteres aus dem Planfeststellungverfahren herausnehmen, das im August 2013 eingeleitet werde soll? Wir sagen: Nein!
Neueste Entwicklung: Entlang der Trasse müssen fast in jedem Dorf Sandabbaugebiete gefunden werden – die die Autobahnbauer der Bevölkerung sozusagen »hintenrum« zumuten wollen! Indem sie versuchen Raumordnungsverfahren und Mitsprache der betroffenen Menschen zu vermeiden, die der Abbau und Transport von Sand auf mindestens fünf Jahre in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigen würde.
Es gibt viel zu tun – packen wir’s an!
 
Anne-Kathrin Schulze • Am Dorfring 4 • D-38468 Ehra-Lessien

Sonntag, 28. April 2013

Wer KEINE A 39 will, sollte noch in diesem Jahr aktiv werden!

»Die Autobahn kommt doch sowieso – wir können ja nichts mehr tun…«

Diese Aussage ist FALSCH

Wer KEINE A 39 will, sollte noch in diesem Jahr aktiv werden!
Und wer in Ehra keinen Sandabbau nur 250 Meter vom Ort entfernt dulden will, sollte SOFORT damit anfangen!
Beschwert euch bei der Gemeinde! Schreibt Faxe, E-Mails, Briefe an den Gemeinderat und die Bürgermeisterin! Eine mögliche negative Stellungnahme der Gemeinde zählt durchaus beim Raumordnungsverfahren. Schließlich haben WIR unsere Lokal-Politiker gewählt. Sie müssen und sie werden unsere Belange auch ernst nehmen. Aber ihr müsst ihnen sagen was ihr wollt – oder auch NICHT wollt. Zum Beispiel keinen Sandabbau.
Was den Autobahnbau betrifft: Das Landesamt für Straßenbau in Wolfenbüttel hat signalisiert, dass das Planfeststellungsverfahren für unseren Abschnitt 7 noch dieses Jahr im August eingeleitet werden soll.
Was heißt, dass die Planunterlagen zur Erweiterung der A 39 den Bürgern mit Beginn der Planfeststellung in den Dörfern entlang der Trasse »zur allgemeinen Einsichtnahme« ausgelegt werden müssen. Alle Bürger, deren Belange durch die Planung berührt werden, sollten dann innerhalb einer Einwendungsfrist von vier Wochen diese Belange auch unbedingt schriftlich geltend machen.
Denn: Nach Ablauf der Einwendungsfrist sind weitere Einwendungen vom Verfahren ausgeschlossen!
Und: Wer vorher keine Einwendung geschrieben hat, der kann hinterher auch nicht mehr vor Gericht klagen, wenn Bau oder Betrieb der Autobahn ihn z. B. in seinen Grundrechten auf Wohnen, Erholung oder Gesundheit beeinträchtigen.
Schon allein deshalb sollten ALLE EHRAER BÜRGER vorsorglich eine Einwendung formulieren, damit sie hinter nicht die Dummen sind!
Was übrigens nicht in das Planfeststellungsverfahren für die A-39-Erweiterung mit einbezogen wird, ist der skandalöse Plan, nur 250 Meter vom Ort Sand für den Autobahnbau abzubauen. Dagegen sollten sich die Bürger von Ehra schon JETZT zur Wehr setzen: Wehret den Anfängen!
Damit es hinterher nicht wieder heißt: »Dagegen können wir ja doch nichts mehr tun…« Wir können etwas tun und wir sollten etwas tun!
Nur wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Anne-Kathrin Schulze
Am Dorfring 4 • D-38468 Ehra-Lessien

Samstag, 20. April 2013

A39, Boldecker Land und die Galaxis

Hallo zusammen,

im Artikel Zukunftsplan statt Autobahn bin ich ja schon einmal kurz auf das Verhalten der Samtgemeinde Boldecker Land eingegangen. Wie versprochen kommen hier weitere Anekdoten.

Der eingangs erwähnte Artikel für das Mitteilungsblatt der Samtgemeinde sorgte noch für Aufregung an der Jembker Grundschule. Denn die Samtgemeinde forderte daraufhin einen Spendennachweis. Das Anti-Korruptionsschutzgesetz hat sicher seine Berechtigung, aber wenn sich ein Klassenlehrer für seine Schüler engagiert und die Eltern um Lernmittel bittet, dann sollte man ihn nicht noch mit zusätzlicher Arbeit bestrafen!? Und ich glaube auch nicht, dass meine Kinder bessere Noten bekommen, weil der Papa gebrauchte Computer organisiert hat.

Bisher hatte die Samtgemeinde alle meine Artikel - auch kritische - veröffentlicht. In der März-Ausgabe fing es dann an, dass man sich deutlich von den Aussagen distanzierte.

Als Karin Loock - damals noch alleine - den ersten Termin für eine Informationsveranstaltung am 01.03.2012 in das Mitteilungsblatt einstellen wollte, entgegnete ihr der Samtgemeindebürgermeister Lothar Leusmann: "Wir werden unseren politischen Gegnern keine Bühne bieten". Zur Absicherung der Demonstration am 22. September 2012 sprachen wir die örtliche Feuerwehr persönlich an und man sagte uns spontan zu. Kurz darauf gab seitens der Samtgemeinde den Einwand, dass wir die Kosten für den Einsatz zu tragen hätten. Nachdem wir die Kostenübernahme bestätigt hatten, kam eine Absage, weil angeblich kein Personal zur Verfügung stünde...

So zieht sich das Verhalten der Samtgemeinde und diverser anderer Lokalpolitiker wie ein roter Faden durch die Geschichte. Statt sich der besorgten Bürger anzunehmen,  fühlt man sich immer wieder persönlich angegriffen und geht in Verteidigungsposition. Offensichtlich ist das Projekt A 39 doch eine Nummer zu groß für die Herren!?

Natürlich kann ich mich an die eigene Nase fassen und mich fragen, warum ich nicht schon selber im Rat sitze, schließlich lebe ich ja schon bald 50 Jahre hier. Es könnte aber auch daran liegen, dass ich bisher unseren Kommunalpolitikern vertraut habe.

Im Weyhäuser Rathaus scheint man weiterhin zu hoffen, dass der eitrige Pickel "Bürgerinitiative" von alleine verschwindet, damit man möglichst bald wieder zum Tagesgeschäft "Brot und Spiele" übergehen kann. Nur das Damoklesschwert "A39" wird dadurch nicht verschwinden.

Vielleicht hat diese augenscheinliche Trägheit der altgedienten Lokalpolitiker den Straßenplaner sogar Mut gemacht, doch einfach so eine Mega Tank- und Rastanlage mitten ins Land zu setzen!? Wenn ich da im Rathaus sitzen würde, dann wünschte ich mir immer eine gehörige Portion Weisheit, welche mir den richtigen Zeitpunkt zum Absprung zeigt.

So möchte ich den Herren Leusmann, Herbermann und Co. ein Zitat aus dem Roman "Per an Anhalter durch die Galaxis" zurufen. Kurz bevor die Erde für eine Hyperraum-Umgehungsstraße weichen muss, hinterlassen die Delphine eine von den Menschen fehlinterpretierte Nachricht: "Macht's gut, und danke für den Fisch"

In diesem Sinne eine schönes Wochenende,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Mittwoch, 17. April 2013

Geplanter Sandabbau in Ehra ohne Bürgerbeteiligung?

Geplanter Sandabbau in Ehra ohne Bürgerbeteiligung?

Nicht voreilig Fakten schaffen – sondern FAKTEN auf den Tisch legen!

Bevor möglicherweise ohne Raumordnungsverfahren – und somit ohne Beteiligung der betroffenen Bevölkerung! – über ein Sandabbaugebiet 250 Meter nördlich von Ehra entschieden wird, sollten erst mal alle Fakten auf dem Tisch liegen. Denn Einsprüche der Bürger gegen die Sandentnahme haben nichts mit dem Planfeststellungsverfahren der Autobahn zu tun und können später auch nicht mehr vorgebracht werden.

FAKT ist zum Beispiel, dass nicht nur die nahe Brisein-Siedlung in Ehra mit Beginn des Sandabbaus unter besonderer Lärm- und Staubbelastung zu leiden hätte – sondern praktisch der ganze Ort in seinen Grundrechten auf Erholung, Wohnen und Gesundheit über mindestens fünf Jahre stark eingeschränkt wäre. Weil nämlich die 40-Tonner tatsächlich durch das Dorf und über die B 248 entlang der ganzen Trasse donnern würden. Herr Peuke vom Straßenbauamt Wolfenbüttel bestätigte gestern wortwörtlich: »Dazu sind Straßen ja gedacht, um den naheliegenden Verkehr aufzunehmen.«

FAKT ist aus seiner Sicht: Baustraßen kosten nur wieder noch mehr Geld…

FAKT ist aus unserer Sicht: Man würde mit Baustraßen nur noch mehr Flächen versiegeln und diese damit der landwirtschaftlichen Nutzung entziehen. Wenn man schon nicht den Bau der Autobahn und dessen Nutzen grundsätzlich infrage stellen mag, so wie wir das tun, sollte man sich als betroffener Bürger deshalb zumindest die Frage stellen: Warum holen sich die Autobahnbauer ihren Sand eigentlich nicht vom Truppenübungsplatz in Lessien? Ende Juni gibt die Bundeswehr diesen Standort auf – und damit werden 1600 Hektar bundeseigener Sandboden zur weiteren Verwendung frei, die bislang noch völlig unveräußert sind, wie wir uns heute erkundigt haben...

FAKT ist: Gestern demonstrierte bei einer offiziellen »Antragskonferenz zur Klärung der Erforderlichkeit eines Raumordnungsverfahrens« ein Landkreis-Vertreter seine Unwissenheit, indem er steif und fest behauptete: Der Truppenübungsplatz sei für die Sandentnahme tabu, aufgrund seiner »Kontaminierung mit Kampfmitteln«. Wir haben uns sowohl bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (seit 2011 Eigentümerin der Fläche) als auch bei der Bundeswehr (aktuell Pächterin und Nutzerin) bei den jeweils zuständigen Personen versichert, dass diese Aussage der Realität entbehrt: Die Kontaminierung beträfe nur einen »verschwindend geringen Teil der Fläche« und es sei in Lessien anzunehmender Weise genug Sand für den Autobahnbau vorhanden. Es habe nur noch nie jemand danach gefragt oder überhaupt mal Bodenproben gemacht…

FAKT ist außerdem, dass ein Kubikmeter Sand (reine Materialkosten) im Gifhorner Baugroßhandel 18 Euro kostet. So gerechnet wären 900.000 m3 Sand, die allein in Ehra abgebaut werden sollen, 16,2 Millionen Euro wert… Aber dieser Sand reicht nicht mal annährend, für die Abschnitte sechs und sieben, die in Reichweite des Truppenübungsplatzes liegen! Es werden weitere, private Sandvorkommen ausgebeutet werden müssen. Insgesamt könnte der Bund jedoch eine hohe zweistellige Millionensumme einsparen, wenn beim Autobahnbau der »bundeseigene Sand« aus Lessien verwendet würde.

Wir werden diese Angelegenheit umgehend an den Bundesrechnungshof weiterleiten. Natur- und Gewässerschutz: Fakt ist, dass ein Sandabbau bis zu 50 Zentimeter an das Grundwasser heran geplant ist. Das Landesamt für Bergbau in Hannover gibt jedoch die grundsätzliche Empfehlung ab, zwei Meter Distanz zum Grundwasser einzuhalten.

Fakt ist, dass bisher auch noch niemand im Detail sagen möchte, was hinterher mit einer Grube passiert, die im schlimmsten Fall sieben Meter tief sein soll.

Fakt ist, dass die Grube nicht verfüllt werden wird. Es sei zu teuer, die beim Autobahnbau gewonnene Muttererde gegen den abgebauten Sand auszutauschen – weil man das Füllmaterial nach gesetzlicher Vorgabe zuvor aufwendig untersuchen müsste.

FAKT ist, dass damit entlang der Autobahn bei ihrem Bau einige Millionen Kubikmeter Aushub anfallen, für den man auch erst mal eine Lagermöglichkeit finden muss – was anzunehmender Weise mit weiterem Landverbrauch einhergeht. Fakt ist, dass die Firma Möbius-Bau aus Hamburg – sollte sie wie geplant den Sand abbauen – geäußert hat, man wollte das Areal auch nach der Sandentnahme behalten. Wozu? Was hat die Firma damit vor? Eine Antwort darauf hatte sie gestern nicht.

FAKT ist, dass das Unternehmen in seinen Unterlagen zur »Klärung der Erforderlichkeit eines Raumordnungsverfahrens« zwar angibt, der abgebaute Sand solle bei trockener Witterung befeuchtet werden, um die Staubemission zu mindern – aber gleichzeitig nicht sagen will, woher das Wasser dafür kommen soll und welche Mengen gebraucht würden.

Es ist davon auszugehen, dass sich hier die Interessen der Landwirtschaft bzw. des Ehraer Beregnungsverbandes nicht mit denen des Bauunternehmens decken, weil die Landwirte bei trockener Witterung ihr Wasserkontingent selber benötigen werden. Der Bauunternehmer müsste also mindestens einen eigenen Brunnen bohren…

FAKT ist, dass die Landwirte von der Firma Möbius deswegen ein Gutachten verlangen können, welches sie absichert, dass eine mögliche Grundwasserentnahme durch das Unternehmen ihre Brunnen nicht schädigt. Darauf sollte keinesfalls verzichtet werden.

FAKT ist, dass generell ein »Hydrogeologisches Gutachten der Wasserströme« angefordert werden sollte. Wobei es das eigentlich längst geben müsste! Denn der örtliche Wasserversorger wartet auch schon darauf, hatte die LSW doch selbst dieses Gutachten schon vor längerem in Auftrag gegeben, um das Trinkwassergewinnungsgebiet Ehra auch zum Wasserschutzgebiet zu machen. Dieser Vorgang scheint jedoch ins Stocken geraten zu sein… Weshalb? Sollten hier schon im Vorfeld Tatsachen geschaffen werden?

FAKT ist nämlich: In einem Wasserschutzgebiet dürfen keine Brunnen gebaut werden. Und somit könnte der abgebaute Sand auch nicht befeuchtet werden…

FAKT ist weiterhin: Als Resultat der gestrigen Antragskonferenz fordert das Gewerbeaufsichtsamt Gifhorn ein Schallgutachten. Das ist immerhin schon etwas!

FAKT ist auch, dass ein Teil der für den Sandabbau vorgesehenen Fläche jahrelang ökologisch bewirtschaftet wurde, und dass diese Art der Bewirtschaftung vom Niedersächsischen Umweltministerium sogar finanziell gefördert wurde. Grund war das Vorkommen seltener Acker-Wildkräuter, unter anderem des stark gefährdeten und mancherorts fast ausgestorbenen »Kahlen Ferkelkrauts«. Leider wurde auf diese Pflanzen nach einem Pächterwechsel dann keine Rücksicht mehr genommen. Dennoch kann es sein, dass im Boden noch Samen dieser seltenen Pflanzen schlummern. Dies muss mindestens geprüft werden, und im positiven Falle auch, wie selten diese Wildkräuter bei uns in der Gegend geworden sind – um sie ggf. erneut unter Schutz stellen zu lassen. Dafür macht sich bereits der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland stark und fordert aktuelle Kartierungen an.

FAKT ist, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Garantie dafür gibt, ob und wann die Ortsumgehung Ehra gebaut wird – und ob es zeitgleich mit der A 39 sein wird. Sollte dies nicht der Fall sein, dann dauert das ganze Szenario auch deutlich länger als fünf Jahre und es müssten zudem vermutlich noch weitere Sandabbauflächen rund um Ehra gefunden werden – weil dann das aktuell geplante Kontingent längst aufgebraucht ist!

FAKT ist, dass auch andernorts nicht garantiert werden kann, dass alle Bauvorhaben des Bundes in die Tat umgesetzt werden können. Abgesehen von chronischer Finanzknappheit, hat die B 190 n – die Querspange – gute Aussichten, auf legalem Wege gestoppt zu werden. Was bedeuten würde, dass der ganze Verkehr aus dem Osten über Ehra liefe…


Quelle: Pressemitteilung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land"
Autor: Anne-Kathrin Schulze • Am Dorfring 4 • D-38468 Ehra-Lessien

Zukunftsplan statt Autobahn - Bildung statt sinnlosen Autobahn-Beton

Hallo zusammen!

In den siebziger Jahren auf dem Heimweg von der Schule konnte ich viele Fahrgemeinschaften beobachten, die auf dem Weg zur Spätschicht ins VW-Werk waren. Damals gab es zudem noch zwei Buslinien, welche für Mobilität im Boldecker Land sorgten. Obwohl der Kraftstoff mittlerweile ein Vielfaches kostet, fahren wir heute mit größeren und schwereren Fahrzeugen größtenteils allein zur Arbeit. Es ist bequem, hat aber auch einen Hauch von Luxus. Nur auf welche Kostenstellen schreiben wir diesen Luxus? Sind es nicht unsere Kinder und Enkel, die für unsere Bequemlichkeit irgendwann mal bezahlen müssen?

Volkswagen braucht für zukünftige Aufgaben dringend hochqualifizierte Fachkräfte. Denn ein wirtschaftlicher Erfolg hängt in erster Linie von innovativen Produkten ab und weniger von einer Fernstraße. Als Negativbeispiel dient aktuell der Snow Dom in Bispingen, welcher trotz der guten Lage an der A7 weitere Steuermillionen zum Überleben benötigt.

In der Grundschule Jembke mussten im vergangenen Herbst wegen der maroden Heizungsanlage die Kinder frieren oder der Unterricht fiel sogar komplett aus. Mittlerweile ist das Problem behoben, trotzdem fehlt an allen Ecken Geld. So organisierte ich erst kürzlich gebrauchte Notebooks von meinem Arbeitgeber. Die Geräte sind noch funktionstüchtig, allerdings ist ein Gerät pro Klasse eher ein Notbehelf.

Wir leisten uns einen unglaublichen Komfort bei der Mobilität. Wenn die Straßen zu eng werden, dann kommt uns zu aller erst die Asphaltiermaschine in den Sinn. Ist das wirklich immer die einzige Möglichkeit? Nach dem Motto: Der Kleiderschrank ist voll, dann kaufen wir eben einen neuen und stellen ihn daneben und wenn der dann voll ist, dann …

Deutschland hat mit rund 52.500 Kilometer Fernstraßen - davon 12.845 Kilometer Autobahnen - eines der dichtesten Netze weltweit. 94 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen erreichen die nächste Auffahrt innerhalb einer halben Autostunde, so eine aktuelle Studie aus dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Dennoch werden auch im Bundesverkehrswegeplan 2015, der derzeit aufgestellt wird, wieder unzählige überflüssige Autobahn-Projekte stehen.

Für Politiker ist es heute offenbar interessanter ein Band zur Einweihung einer neuen Autobahn-Strecke durch zuschneiden, als nachhaltige Bildungsprogramme anzustoßen, deren Erfolge erst lange nach der eigenen Amtszeit sichtbar werden.

Mittlerweile werden wir Deutschen bei Zukunftstechnologien immer mehr zu Konsumenten, anstatt dass wir selber die Richtung mitbestimmen oder gar den Ton angeben. Wir brauchen dringend eine Bildungsoffensive, ein Umdenken. Das Motto sollte lauten: Zukunftsplan statt Autobahn!


Hinweis zu diesem Artikel!

Dieser Artikel war für die April-Ausgabe des Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Boldecker Land gedacht. Er wurde unter anderem mit folgender Begründung abgelehnt: Zitat: "Das Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Boldecker Land soll genau das bleiben – ein Mitteilungsblatt. Es war und ist einfach nicht als Organ der Presse gedacht gewesen. Es dient nicht der Meinungsbildung sondern der Mitteilung über Veranstaltungen im Boldecker Land und amtlichen Nachrichten aus dem Rathaus."

Mit diesem Artikel fühlte sich die Samtgemeinde offensichtlich wieder einmal persönlich angegriffen. Genau wie vor einiger Zeit mit unserem Slogan "Wir werden beschissen". Statt das "WIR" zu nutzen, zogen sie sich damals das "BESCHISSEN" an. Meine Anmerkung mit den Problemen an der Heizungsanlage der Jembker Grundschule war nur ein persönlich erlebtes Beispiel und ich mache damit der Samtgemeinde keinen Vorwurf. Die Heizungsanlage an der Grundschule hat nach den Reparaturmaßnahmen den langen Winter durchgehalten. Der Sparzwang kommt mit Sicherheit von höhere Stelle.

In einem folgenden Blog-Beitrag gehe ich noch einmal auf die ganze Geschichte ein.

Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Samstag, 13. April 2013

Neues aus unserem Abschnitt 7 der A39-Planung

Hallo zusammen,

nun hat sich der Winter langsam verabschiedet und wir nehmen für den 04. Mai die nächste große Aktion in Angriff. Bitte tragt Euch diesen Samstag Nachmittag schon einmal dick im Kalender ein. Wer bei der Organisation mithelfen möchte, ist beim nächsten Bi-Treff am 18.04. um 19:30Uhr im Brauhaus Weyhausen herzlich willkommen.

Aktuell passieren im nördlichen Teil unseres Planungsabschnittes merkwürdige Dinge. Da will ein Unternehmen das vorauseilenden Gehorsam mancher Bürger nutzen, um sich für den geplanten A39-Bau in Stellung zu bringen. Das Unternehmen, Teil des österreichischen Baugiganten Strabag, will 250 Meter nördlich von Ehra auf 15 Hektar Sand für den geplanten A-39-Ausbau gewinnen und hat dafür einen Antrag beim Zweckverband Großraumverband Braunschweig (ZGB) gestellt – um sich die Fläche frühzeitig zu sichern. Die öffentliche Ratssitzung am 17. April um 19Uhr im Heidekrug Ehra dürfte etwas voller werden.
Gifhorner Rundschau: Protest gegen Pläne für Sandabbau
Aller Zeitung: Wegen der A 39: Unternehmen will bei Ehra Sand abbauen


Die Gifhorner Rundschau berichtete kürzlich über den 1. Geburtstag unserer Bürgerinitiative. Es ist schon erstaunlich wie viel wir in diesen 12 Monaten schon gelernt, erlebt und erreicht haben. Mir braucht jedenfalls niemand mehr erzählen, dass man als kleiner Bürger überhaupt nichts machen kann.

Am vergangenen Donnerstag gab es in der ARD im Rahmen der aktuellen Monitor-Ausgabe den Beitrag: Autobahnen auf Pump: Die teuren Rechentricks von Verkehrsminister Ramsauer. Kürzlich kündigte selbiger noch an, dass die dringend notwendige Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals noch länger als fünf Jahre dauern wird. Es soll sogar Schließungen dieser viel befahrenen und wichtigen Wasserstraße geben. Wie heißt sein Verein noch mal? "Bundesministerium für Autobahnbau und Stadtentwicklung?"

Zum Abschluss noch mal eine Vision in eine nicht allzu ferne Zukunft, der Fahrrad-Highway. Radwege wurden hier bei uns im Boldecker Land in den letzten Jahren zwar ausgebaut, nur enden diese Wege doch oft sehr abrupt. Zum gemütlichen Radeln durchaus akzeptabel, aber zum richtigen regelmäßigen Stadtradeln eher hinderlich.


Ein schönes sonniges Wochenende,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
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Freitag, 12. April 2013

Leserbrief: Flache Pro-A39-Argumente


Leserbrief an AZ Uelzen: Leserbrief zu etlichen AZ-Artikeln und Leserbriefen zum Thema A 39 in den letzten Wochen, u.a. zum Interview mit Herrn Franke, dem Interview „Ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken“ (6.4.2013) und dem Leserbrief von Herrn Tiedge in AZ vom 6.4.2013:


Die jüngsten Behauptungen einiger unentwegt A39-hoffnungsvoller Kommunalpolitiker über höhere Bundesstraßen-Ausbau-Kosten (gegenüber der Milliarde beim evt. Bau der A-39) durch angeblich viele notwendige Ortsumfahrungen beim Ausbau der B 4 sind absolut unsinnig: Die Umgehung Kirchweyhe ist bereits im Bau, vermutlich bräuchten vor allem Jelmstorf und Melbeck wirklich Umgehungen. Die waren übrigens schon mal im Bundesverkehrswegeplan, ehe sie 2003 von den A-39-Lobbyisten daraus verdrängt wurden.

Nur gerecht, dass diese Umgehungen angesichts der Aussichtslosigkeit der A-39-Realisierung schnell zu ihrem alten Recht kommen. Schätzungen kommen beim Ausbau der vorhandenen  Bundesstraßen auf ein Zehntel der Kosten einer A 39. Die B 4 würde übrigens nach Angaben der A-39-Planer selbst bei einem Bau der A 39 weiterhin soviel Verkehr haben wie bisher. Grund genug, ihren Ausbau rasch an den Bund nachzumelden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die A-39-Planer auf der B 4 seit einigen Jahren rückläufige Verkehrszahlen messen.          

Ein AZ-Redakteur berichtet, dass er 15 Minuten wertvoller Lebenszeit vertan habe, weil er von Uelzen nach Bevensen (18 Kilometer) hinter LKWs herfahren musste. Verfolgen wir die Fahrt des Redakteurs in Gedanken:

Auf den ersten 6 Kilometern hätte er wegen der 2+1-Regelung auf der Uelzener Umgehung mühelos überholen können, rund um Kirchweyhe demnächst ebenso, zwischen Kirchweyhe und Abfahrt Bevensen nach einer 2+1-Neumarkierung der B 4 ebenfalls. Auf der B 4 fährt zudem beileibe nicht ein LKW hinter dem anderen wie auf vielen Autobahnen – nach dem Überholen eines LKWs hat man auf der B 4 zumeist eine längere LKW-freie Strecke.

Die letzten 4 Kilometer des Redakteurs nach Bad Bevensen sind von der B 4 aus ebenso lang wie von einer möglichen A 39. Wegen der wesentlich längeren Zufahrt von der AZ-Redaktion (die jetzt ja direkt an der B 4 liegt) zur A 39 und der Kurven der A 39 wäre der Weg des Redakteurs sogar um 5 Kilometer länger. 

Die alte Hoffnung auf Firmenansiedlung durch die A 39 wird ebenso gern aufgewärmt und durch schiefe „Beispiele“ belegt: Denn Uelzen liegt nun mal nicht wie Soltau im Dreieck Hamburg-Hannover-Bremen und hat auch keine Sondersubventionen wie das ostdeutsche Zarrenthien. Und Winsen würde auch bei einer A 39 immer noch viel näher an Hamburg liegen als Uelzen.

Vielleicht suchen A-39-Befürworter mal nach einem Argument, das nicht so leicht in sich zusammenfällt. Oder noch besser: nach wirklichen Ideen für die Weiter-Entwicklung unserer Region - abseits von ideologischen A-39-Träumereien…   

Verfasser: Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24, 29553 Bienenbüttel

Donnerstag, 4. April 2013

Umweltverband LBU solidarisiert sich mit BUND Sachsen-Anhalt

Die niedersächsische Naturschutzorganisation LBU - Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. hat dem BUND Sachsen-Anhalt seine Solidarität bei der Klage gegen Abschnitte der „milliardenteuren und unsinnigen A 14“ und bei der Verhinderung von agrarindustriellen Großmastanlagen ausgedrückt. Man arbeite in diesen Bereichen seit langem eng und erfolgreich zusammen, z.B. bei der Verhinderung des Autobahn-Plan-Komplexes A14-B190n-A39. Es sei der gesetzliche Auftrag und die Pflicht von Umweltverbänden wie dem BUND, die Belange der sonst ja rechtlosen Natur bei solchen Großprojekten zu vertreten.

Wer hier mit Fördermittel-Entzug drohe, wolle offensichtlich diesen Schutz von Naturgütern und dessen Mit-Abwägung vor Gericht verhindern. Wenn Gerichte die BUND-Klagen annähmen und behandelten, spreche das offensichtlich für deren Berechtigung. Wer das kritisiere, solle sich baldmöglichst kundig machen über rechtstaatliche Grundsätze sowie die Rolle und Unabhängigkeit der Justiz. Der LBU bedankte sich im Namen vieler Bürgerinnen und Bürger beim Umweltministerium von Sachsen-Anhalt, dass es an der Förderung des BUND festhalte.

Der LBU verwies darauf, dass es sich bei der kritisierenden „Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung“ lediglich um eine kleine Gruppierung innerhalb der CDU handele. Deren Hinweis auf die angeblich geringe Zahl von 1.100 Mitgliedern im angeblich „winzigen“ BUND-Landesverband Sachsen-Anhalt sei wenig überzeugend angesichts der Tatsache, dass sie selbst laut Wikipedia nicht einmal halb so viele Mitglieder (nämlich nur 519) aufweise.

Quelle: Pressemitteilung vom Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide – Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24, 29553 Bienenbüttel