Montag, 31. Dezember 2012

Das Wort zum Jahresabschluss

Hallo zusammen,

ein ereignisreiches Jahr 2012 neigt sich dem Ende. Der Weihnachtsmann ist auf dem Heimweg. Wenn heute Abend die Sektkorken knallen, dann wird so mancher Resümee ziehen, eine Bilanz der guten und weniger guten Dinge erstellen oder sich einfach nur darüber freuen das Jahr 2013 begrüßen zu dürfen. Mein Fazit zu 2012 gibt es am Ende dieses Artikels.


Unsere Mailingliste enthält aktuell 169 Einträge und unsere Facebook-Seite hat mittlerweile die 210 überschritten. An den Feiertagen hatten wir eine Reichweite von mehr als 45.000 Nutzern. Die Altersgruppe zwischen 13 und 17 Jahre macht den größten Teil unsere treuen Facebook-Fans aus. Die Jugend kennt sich nicht nur besser damit aus, sondern stellt berechtigt die Frage: Ob das alles so richtig ist, was da jetzt für Entscheidungen getroffen werden? Zumal sie ihre gesamte Zukunft noch vor sich haben! Es kann doch nun wirklich nicht sein, dass unser Staat bei Kindern und Jugendlichen jeden Cent dreimal umdreht und für 110km Autobahn ungeprüft Milliardenschulden machen will!? Das Geld sollten wir besser in die Ausbildung investieren, denn da liegt die Zukunft. Deutschland hat mehr Straßen als die meisten Länder der Welt, es fehlen uns Fachkräfte!

Mein Fazit zu 2012:
Zum Beginn des Jahres hatte ich eine eher pessimistische Haltung gegenüber dem geplanten Ausbau der A39. Ich kannte zwar die Dachverbandsseite www.keine-A39.de, sah aber keine Möglichkeit hier direkt etwas leibhaftig vor Ort zu tun. Am 01.03.2012 ging ich ganz jungfräulich zur ersten A39-Infoveranstaltung, welche Karin Loock zusammen dem Dachverband organisiert hatte. Zwei Dinge gaben mir an dem Abend den Anstoß mich aktiv einzubringen. Zum einen die Rede von Eckehard Niemann und der kurze knackige Auftritt eines Jembkers, welcher die Spendenbox gefüttert hat. Letztgenannter hat also mit einer kleinen Tat einen großen Stein ins rollen gebracht. Ich habe in diesem Jahr durch die Bürgerinitiative so viele tolle Menschen kennen gelernt und freue mich richtig auf 2013.


In diesem Sinne, einen guten Rutsch!
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Sonntag, 30. Dezember 2012

Atomlobby, Waffenlobby, Autobahnlobby ...

Hallo zusammen,

zuerst einmal ist ein Lobbyist ja grundsätzlich nichts schlimmes. Wenn wir uns für irgendetwas engagieren, dann wollen wir oft weitere Menschen dafür begeistern. Schlimm wird es nur, wenn etwas nicht mehr hinterfragt wird. Vor kurzem las ich in einen Zeitungsartikel, dass Aufgrund des Amoklaufes in Newton USA der Absatz kugelsicherer Schulranzen gestiegen ist. Da hört es für mich auf und der Gipfel der Perversion ist erreicht.

Nach Fukoshima gab es bei uns eine 180 Grad-Wende bei der Atompolitik. Für die einen war es etwas zu schnell und drastisch, aber genau genommen haben CDU und FDP nur eine Fehlentscheidung korrigiert. Der Ausstieg vom Ausstieg wurde zurück genommen und die jahrelang von den Politikern papageienartig wiederholten Argumente der Atomlobby lösten sich in Luft auf.

"Atomkraft, Nein Danke" hat allerdings gute 30 Jahre gebraucht um in der Masse der Bevölkerung anzukommen.  Obama wird es sehr schwer haben die Cowboys im Wilden Westen zur Vernunft zu bringen. So gesehen sind wir in Deutschland schon etwas weiter. Die Autobahnlobby klammert sich mit den kommenden Wahlen an ihren letzten Strohhalm. Sie nutzen momentan massiv ihren Einfluss auf die Medien, wie man auf der Seite der Hohnstorfer BI nachlesen kann.

Zum Glück gibt es immer mehr VernunftBürger in unserer Region, welche sich nicht oder nicht mehr an der Nase herum führen lassen. Der geplante Ausbau der A39 ist und bleibt unvernünftig und verhindert eine Verkehrsplanung mit Sinn und Verstand.

Wenn man sieht wie vehement noch einige Leute in unserem Land den Ausbau der A39 fordern, dann sollte man keine Verteidigungshaltung einnehmen, sondern sich ganz selbstbewusst die Pro-Argumente erläutern lassen. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen und es bleiben nur noch wenige Autobahnfreunde über, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt haben.


Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Der Ausbau der Bundesautobahn A39 bröckelt weiter

Die Landesregierung hat nun zwei ehemals wichtige A 39-Projekte aus der Wunschliste des Landes gestrichen. „Der Dachverband der Bürgerinitiativen gegen den Bau der A 39 begrüßt diese Notbremsung der CDU, verlangt jetzt aber auch weitere Konsequenzen für den Rest der Planungen zwischen Lüneburg und Wolfsburg“, so Annette Niemann, Sprecherin des Dachverbandes.

Die am Dienstag in Berlin an Bundesverkehrsminister Ramsauer übergebene Wunschliste für Fernstraßenneubauprojekte des Landes Niedersachsen ist zwar gegenüber der ursprünglichen Version vom August um 30 Projekte auf insgesamt 241 angewachsen, einige wenige Projekte sind aber auch gestrichen worden. „Wir freuen uns, dass die obskuren Pläne einer Verlängerung der A 39 von Salzgitter durchs Weserbergland Richtung Ruhrgebiet nun vom Tisch sind. Das FDP-Verkehrsministerium hatte so versucht, dem zurzeit unwirtschaftlichsten Autobahnprojekt Deutschlands künstlich mehr Bedeutung zu verschaffen“, sagt Hans-Christian Friedrichs, Sprecher des Dachverbandes „KEINE! A 39“.

Auch im Norden des A 39-Raumes ist ein lange von der IHK Lüneburg-Wolfsburg gefordertes Projekt unter dem massiven Druck von Bürgerinitiativen und Gemeinden vom Wunschzettel gestrichen worden. Für die unsinnige A 21-Querverbindung von der A 39 – ehemals A 250 – zur A 7 bei Garlstorf musste nun - auch angesichts des Landtagswahlkampfes - die CDU gegenüber ihrem Koalitionspartner FDP die Notbremse ziehen und das Projekt kippen. „Hier zeigt sich, dass sich die hervorragende Leistung, insbesondere der Bürgerinitiative UBI 21 aus Luhmühlen, ausgezahlt hat und ehrenamtliches Engagement für unsere Region sehr erfolgreich sein kann. Die BI hatte über 4000 Unterschriften gesammelt und die Gemeinden um Salzhausen und in Gellersen von einer Ablehnung des Projekts überzeugen können“, so Annette Niemann.

Der Dachverband „KEINE! A 39“ sieht nun eine konstruierte Aufwertung der A 39 als gescheitert an und fordert jetzt die Bundesregierung angesichts des extrem niedrigen Nutzen-Kosten-Verhältnisses (NKV) von nur 1,9 auf, Prioritäten zu setzen und das Projekt A 39 endgültig komplett zu entsorgen.

Quelle: Pressemitteilung:
KEINE A39 - Dachverband der A 39-Gegner
Beethovenstraße 22
21391 Reppenstedt

Samstag, 22. Dezember 2012

Kein Weltuntergang und keine Katerstimmung

Hallo zusammen,

da gestern - wie erwartet - die Welt doch nicht untergegangen ist, lohnt es sich nun Termine im neuen Kalender 2013 einzukreisen. Am Montag den 07. Januar gibt es um 19:30Uhr im Hotel Nöhre in Wittingen eine A39-Fragerunde an die Landtagskandidaten aller Parteien unseres Wahlkreises. Mehr unter: http://vernunftbuerger.blogspot.de/2012/12/BUND-Fragen-an-Landtagskandidaten-Niedersachsen-zur-A39.html

Am vergangenen Mittwoch habe ich zusammen mit dem Kai Schneider eine sehr spaßige A39-Weihnachtsmann-Fotossession an der B248 zwischen Jembke und Tappenbeck gemacht.

Mit einer Auswahl der vorgenannten Fotos habe ich das "A39 Gedicht" illustriert, welches man auf der folgenden Seite nachlesen kann: A39 Gedicht

Der Leserbrief "Keine Stille Nacht mit der A39" dürfte in diesen Tagen in einigen Zeitungen zu finden sein. Nachzulesen unter: http://vernunftbuerger.blogspot.de/2012/12/keine-stille-nacht-mit-der-autobahn-a39.html

Es geht weiter, wir haben keine Zeit für Katerstimmung. Die da oben werden auf unsere Stimme zur Landtagswahl am 20. Januar hören. Gemeinsam können wir etwas bewegen!

Frohe und besinnliche Weihnachten,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Keine Stille Nacht mit der Autobahn A39?

"Wir leiden wie die Hunde" war die Aussage einer Bürgerin bei einer kürzlichen Infoveranstaltung der "Bürgerinitiative Lärmschutz A39" in Mörse. Lärmschutz könnten die Bürger vielleicht bekommen, wenn die Autobahn irgendwann fertig gestellt wird, hieß es dort. Allerdings soll der Lärm durch den drastischen Anstieg des Verkehrs danach maximal wieder auf das aktuelle Niveau sinken. Somit hätten die Wolfsburger letztendlich nichts gewonnen und eine zusätzliche Feinstaubbelastung obendrauf.

Während für den geplanten Ausbau der Autobahn A 39 Milliarden-Schulden gemacht werden sollen, fehlen für den Lärmschutz an der bestehenden A 39 in Wolfsburg die Mittel. Viele Bürger im Boldecker Land sind von der geplanten A39 betroffen und befürchten später ähnliche Situationen wie jetzt in Wolfsburg. Die plötzliche Verlegung der geplanten Mega-Rastanlage zwischen Tappenbeck und Jembke, hat den Bürgern und Gemeindevertretern wenig Vertrauen für die Zukunft gegeben.

Volkswagen will mit dem kürzlich gestarteten CargoBeamer-Projekt 90 Prozent der LKWs auf die Schiene bringen. In den Ausbau der Wasserstraßen wird ebenfalls investiert. VW übernimmt im Sinne seiner Kunden Verantwortung und möchte eine gute CO2-Bilanz vorweisen. Es gibt noch viele weitere sinnvolle Lösungen für Niedersachsen. Unsere Kinder sollten wir nicht durch Unvernunft mit Schulden für lebensraumvernichtende Autobahnen belasten.

Besinnliche Feiertage,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
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Freitag, 21. Dezember 2012

Gedicht zur Geschichte der geplanten Heideautobahn A39

Es war einmal ein Schröderlein,
dem viel etwas zum Wahlkampf ein.
Ein paar Autobahnen solln Stimmen bringen,
dann wird die Wiederwahl schon gelingen.

Es herrschte zwar Ebbe in den Kassen,
aber man kann zum Schein ja planen lassen.
In Niedersachsen kam bald der Christian,
auch ihm gefiel dieser einfache Plan.


Bisschen hier und bisschen dort gebaut,
damit man ihm weiterhin vertraut.
Ein Schotte will nun bei Studenten sparen,
Fachkräfte kommen schon über die A39 gefahren.
Die angeblich strukturschwache Regionen,
in der so viel schlaue Köpfe wohnen,
muss man nicht mit Asphalt planieren,
und schon gar nicht mit Schulden kaputtsanieren.

Volkswagen will eine gute CO2-Bilanz,
mit Cargobeamer auf Schiene und auf Wasser ganz,
damit wird der Wunsch der Kunden geehrt,
selbst wenn Vorstands-David in die Parade fährt.

Das Festhalten an Autobahnplänen in unserm Land,
blockiert einen Verkehr mit Sinn und Verstand,
Kinder fangt schon mal an zu sparen,
ihr sollt den Unsinn irgendwann bezahlen.
Für Umdenken unserer Politiker ist höchste Zeit,
nein zu Lobbyisten, ja zu Nachhaltigkeit.
Solange die Asse das Grundwasser verstrahlt,
keiner unseren Kinder Studiengebühren bezahlt,
Geld für Unterhalt bestehender Straßen fehlt,
Verkehrslärm unsere Nerven quält,
wird es für einen Wechsel höchste Zeit,
für Politik mit Vernunft und Besonnenheit!

Diese Gedicht von mir darf auch zum Fasching als Büttenrede verwendet werden. :-)
 
Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Niedersachsen will jetzt noch mehr überflüssige Fernstraßen bauen

VCD kritisiert Landesregierung für überlange Straßen-Wunschliste. Gratulation an A 21-Gegner Hannover: 

Der VCD-Landesverband Niedersachsen bewertet die gestern an Bundesverkehrsminister Ramsauer übergebene Wunschliste Niedersachsens für neue Fernstraßen als abstrus. "Jetzt hat die Landesregierung beim Straßenbau jedes Maß verloren", kritisiert Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD). "241 neue und unbezahlbare Fernstraßenprojekte in Niedersachsen sind einfach fern jeder Realität", so Friedrichs weiter.

Im August hatte Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) eine Liste mit 211 Fernstraßenneubauprojekten vorgelegt, die in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden sollten. Inzwischen umfasst die Liste sogar 241 Projekte, wobei einige weggefallen, aber viele hinzugekommen sind. Der VCD betrachtete bereits damals insbesondere die Pläne für parallel zur A 2 verlaufende neue Autobahnen als absurd. "Ein Teilerfolg ist, dass die A 39 von Salzgitter Richtung Weserbergland vom Tisch ist. Ärgerlich ist dagegen, dass Bode an einer Verlängerung der A 27 von Walsrode Richtung Osten festhält und als Neuplanung nun nach Berlin gemeldet hat", sagt Hans-Christian Friedrichs. Aus Sicht des VCD sind die meisten der 241 geplanten Projekte verzichtbar. "Bode bleibt schuldig, wer seine Fernstraßenträume bezahlen will. Hier werden öffentliche Haushalte offenbar als Selbstbedienungsladen für eine überholte Verkehrspolitik missverstanden."

Ein herzlicher Glückwunsch geht an die Gemeinden der Landkreise Lüneburg und Harburg sowie an die Bürgerinitiative "UBI 21" aus Luhmühlen, die innerhalb kürzester Zeit mit über 4.000 Unterschriften ein klares Nein zur A 21-Planung von der A 7 Höhe Garlstorf zur A 39 bei Handorf dokumentierte. Der deutliche Widerstand der Region hat gerade angesichts der Landtagswahl am 20. Januar dazu geführt, dass das ungeliebte Projekt A 21-Verlängerung von der Wunschliste gestrichen wurde. Mit den Elbquerungen im Zuge der Küstenautobahn A 20 von Lübeck und der A 21 von Bargteheide nach Niedersachsen, hat das Land aber nach wie vor eine sehr hohe Erwartungshaltung an den Nachbarn Schleswig-Holstein. In Kiel werden diese Projekte weder gewünscht, noch gelten sie insgesamt als finanzierbar. Auch für das 105 Kilometer lange Neubauprojekt A 39 ist laut Bundesverkehrsministerium nahezu kein Geld vorhanden.

"Besonders deutlich wird das Ungleichgewicht zwischen Straßen- und Schienenplanungen in Niedersachsen. Der wichtige zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Rotenburg (Wümme) - Verden (Aller) ist zwar zu begrüßen. Dass jedoch über 90 Prozent der geplanten Projekte die Straße betreffen, Schiene und Wasser sich den Rest teilen dürfen, ist völlig inakzeptabel", so Friedrichs. Der VCD fordert die Landesregierung auf, endlich ökologische und vor allem auch ökonomische Verantwortung zu übernehmen: Überflüssige und unbezahlbare Prestigeprojekte, wie die A 20 und die A 39, müssen analog zur Heide-A 21 endgültig beerdigt werden - gerne auch in aller Stille.

www.vcd.org/nds
Quelle: VCD-Landesverband Niedersachsen Pressemitteilung 21/2012 Rückfragen: Hans-Christian Friedrichs, Tel. OI522 8982OI8

Dienstag, 18. Dezember 2012

07.01.2013 19:30Uhr: BUND befragt Kandidaten zur Landtagswahlkampf im Wahlkreis 5 zur A39 in Niedersachsen

Die Diskussion um die geplante A39 hält an. Welchen Nutzen bringt dieses Großprojekt für unsere Region? Welche Vorteile, welche Nachteile werden die Bewohner der anliegenden Ortschaften durch die A39 haben? Welchen Schaden werden die vielen Naturschutzgebiete nehmen, die von der Trasse betroffen sind? Gibt es eine Alternative zur A39, die auch für fließenden Verkehr sorgt, aber Menschen und Natur weniger belasten würde?

Zu diesen Themen hat die BUND Kreisgruppe Gifhorn sechs Fragen an die Landtagskandidaten gesandt und diese gebeten, die Fragen auf einer Podiumsveranstaltung zu beantworten. Vorgesehen ist weiterhin eine Stellungnahme der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Eine Diskussion mit den Zuhörern soll sich anschließen.

Bei der Formulierung der Fragen hat sich die BUND Kreisgruppe eng an die Forschungsergebnisse des Prof. Dr. Peter Pez gehalten, um die Diskussion auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Prof. Dr. Pez ist außerplanmäßiger Professor am Institut für Stadt- und Kulturraumforschung (IfSK) der Leuphana Universität in Lüneburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Verkehrsgeographie und Wirtschaftsgeographie. Am 18.10.2012 hat Prof. Pez einen Vortrag in Barwedel gehalten. Die Vortragsfolien dazu sind unter

Die BUND Kreisgruppe Gifhorn lädt zu einem informativen und interessanten Abend am 07.01.2013 kurz vor der Landtagswahl in Wittingen ein
Hotel Nöhre, Beginn 19.30 Uhr

Wir freuen uns, dass CDU, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke, FDP und SPD ihre Teilnahme zugesagt haben.

Eva Gresky; BUND-Kreisgruppe Gifhorn
Leiterin des Arbeitskreises Mobilität
Neue Str. 5, 38559 Wagenhoff Tel.: O5376 29O

Montag, 17. Dezember 2012

Pro und contra Autobahn A39 – Fakten statt Polemik

Der Bau von Autobahnen bringt in Deutschland schon lange kein messbares Wirtschaftswachstum mehr. Das war eine der zentralen Aussagen von Peter Pez, Professor am Institut für Stadt- und Kulturraumforschung der Leuphana-Universität Lüneburg. Pez war auf Einladung der Bürgerinitiative Hohnstorf nach Bienenbüttel gekommen und stand vor vollbesetzten Reihen. Um die etwa 200 Besucher zu fassen, mussten im Kuppelsaal des Gasthauses Moritz noch schnell Stühle herbeigeschafft werden.

Das Interesse war groß, denn bereits im Vorwege hatte die Veranstaltung für einiges Aufsehen gesorgt: Um auch den Gemeinderatsmitgliedern die Teilnahme an ihr zu ermöglichen, hatte der Gemeinderat sogar eine für diesen Abend vorgesehene Sitzung trotz großer Terminprobleme um eine Woche verschoben. Eine richtige Entscheidung, schließlich geht es um zentrale Fragen für die Menschen in der Region Uelzen. Was würde sich verändern, wenn die A39 gebaut würde? Wiegen die Vorteile die Nachteile auf? Gibt es vielleicht sinnvolle Alternativen?

Die Skeptiker konnten sich nach dem Vortrag bestätigt fühlen. Um zu klären, ob eine Autobahn den anliegenden Regionen Vorteile bringt, hatte Pez jene neun verkehrswissenschaftlichen Studien ausgewertet, die von 1974 bis 2004 zur Frage eines Zusammenhangs von Autobahnneubau und Wirtschaftswachstum entstanden sind. Keine dieser Untersuchungen konnte ein durch eine Autobahn ausgelöstes Wirtschaftswachstum nachweisen. Denn wenn Unternehmen heute über Standorte entscheiden, sind Faktoren wie Arbeitskosten, Verfügbarkeit von Grundstücken und gut ausgebildeten Arbeitskräften oder Fördermittel entscheidend. Das deutsche Autobahnnetz ist bereits so dicht, dass es für Standortentscheidungen keine Rolle mehr spielt.

Würde die Autobahn wenigstens die Menschen des Landkreises Uelzen schneller nach Norden oder Süden bringen? Im Vergleich zur jetzigen Situation würden sich die Fahrzeiten nach Hamburg – das Ausbleiben von Staus vor dem Elbtunnel oder den Elbbrücken vorausgesetzt – oder auch nach Dresden deutlich verkürzen. Allerdings könnte, und das stieß bei den Zuhörern im Saal auf besonderes Interesse, nahezu derselbe Effekt mit einer dreispurigen Ertüchtigung der B4 nach Art der Uelzener Umfahrung erreicht werden. Diese wäre nicht nur wesentlich billiger und umweltschonender zu haben, sie würde den Anwohnern der B4 auch mehr nutzen als der Bau der A39, der selbst nach Angaben der Straßenplanungsbehörde den jetzigen Verkehr auf der B4 nur unwesentlich mindern würde.

Warum aber fordern Politiker und Wirtschaft immer wieder die A 39, wenn sie so wenig für die Menschen der Region bringt? Pez hatte auch darauf eine Antwort. Unternehmen hoffen entgegen aller Erfahrung, dass die Autobahn ihnen vielleicht doch einen kleinen Vorteil bringt. Wenn nicht, ist es für sie auch nicht schlimm, denn der Bau schadet ihnen jedenfalls nicht, und die Kosten tragen nicht sie, sondern die Allgemeinheit. Politiker wiederum können sich mit den Forderungen nach einer Autobahn als Interessenvertreter der Wirtschaft profilieren. Sie rechnen es sich außerdem als Erfolg an, wenn sie möglichst viele Projekte des Bundes für ihre Region durchsetzen können.

Vor dem Hintergrund dieser Fakten kam Pez zu dem Schluß, dass die Lage für den Widerstand gegen die Autobahn zwar nicht aussichtsreich, aber auch nicht hoffnungslos ist. Eine lebhafte Diskussion beschloß die insgesamt fast dreistündige Veranstaltung.

Quelle: Pressemitteilung der BI Hohnstorf zu einem Vortrag von Professor Dr. Peter Pez in Bienenbüttel

Sonntag, 16. Dezember 2012

Autobahn A39 - Fluch oder Segen?


Was bringt der Bau einer Autobahn wirklich?
Welche Alternativen gibt es?

Diese und weitere Fragen beleuchtete Prof. Dr. Peter Pez (Institut für Stadt- und Kulturraumforschung der Leuphana Universität Lüneburg) in seinem Vortrag am vergangenen Donnerstag in Bienenbüttel.

Die Ergebnisse seiner Forschungen dürften für die Befürworter der A39 ernüchternd sein. Lediglich wenige Mikrostandorteffekte stehen Problemen wie Suburbanisierung gegenüber. Auch eine verkehrliche Entlastung der B4-Anwohner ist nicht zu erwarten.

Die rund 200 Anwesenden nahmen die genannten Fakten mit großem Interesse auf, und diskutierten im Anschluß des Vortrages sehr angeregt über das Thema A39 oder B4-Ausbau.

Wir stellen die Präsentation des Abends zum Download zur Verfügung: Präsentation A39 - Fluch oder Segen?

Quelle: Eine Information der Bürgerinitiative Hohnstorf 2011
Sprecher: Reinhard Meyer, Wolfgang Schneider, Matthias Sost
web: www.hohnstorf-2011.de

Samstag, 15. Dezember 2012

CDU Niedersachsen relativiert Bedeutung der Bundesautobahn A39

Der Umweltverband LBU hat die neue Positionierung der niedersächsischen CDU auf ihrer Internetseite begrüßt, der zufolge die die geplante A 39 bestenfalls zweitrangig wäre. Der LBU forderte Niedersachsens SPD zu einer ähnlichen Ehrlichkeit und zum Verzicht auf  „hohle Wahlkampf-Autobahn-Projekte“ auf. Bei der Meldung der niedersächsischen Wünsche zum neuen Bundesverkehrswegeplan müssten anstelle der unsinnigen Autobahnen A 39 und A 20 endlich wirklich regionaldienliche Verkehrsprojekte Platz finden.

Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) wertet neuerliche Aussagen der niedersächsischen CDU auf ihrer Internetseite als deutliche Herabstufung der geplanten A 39 und fordert eine ähnliche Ehrlichkeit auch von der niedersächsischen SPD. Die Gegner der A 39 hätten bereits seit vielen Jahren betont, dass diese "Nonsens- und reine Wahlkampf-Autobahn" keine volkswirtschaftliche Bedeutung habe, sondern sogar schädlich für die Region sei. Dies gelte ebenso für die geplante Küstenautobahn A 20, die aber von CDU und SPD eindeutig gegenüber der A 39 favorisiert werde.

Obwohl der Bundesverkehrs-Haushalt kaum noch für die Reparaturen der vorhandenen Autobahnen und die Fertigstellung bereits begonnener Bauprojekte ausreiche, gaukelten  CDU und SPD den niedersächsischen Bürgerinnen und Bürgern bislang immer noch vor, Niedersachsen würde vom Bund sogar zwei Autobahnen (A 20 und A 39) finanziert bekommen könne. Wirklich realistisch und ehrlich wäre laut LBU die Aussage, dass beide Autobahn-Planungen unsinnig und schädlich seien und dass nur der bedarfsgerechte Ausbau vorhandener Verkehrswege und alternative Verkehrsprojekte der Volkswirtschaft, den Regionen, der Nachhaltigkeit und der Zukunftsfähigkeit nützten.  

SPD-Landespolitiker, so der LBU,  blieben immer noch bei den hohlen Versprechungen für zwei Autobahnen, manche versprächen - je nach Ort der Wahlkampfrede - jeweils den Vorrang der A 20 oder der A 39. Die CDU sei da offenbar schon realistischer. Sie habe bereits im CDU-Regierungsprogramm 2008 indirekt die Nachrangigkeit der A 39 angekündigt: Darin habe sie angekündigt, die A 20 solle wegen der "Erschließung des Jade-Weser-Ports" als "Magistrale Stockholm-Nordeutschland-Amsterdam" und "Verkehrsprojekt mit europäischer Dimension" "zügig geplant und gebaut werden", während es zum "Autobahnprojekt A 39" lediglich hieß, man werde es "mit Nachdruck vorantreiben".

Auch im neuen Wahlkampf-Regierungsprogramm 2013-2018 der CDU werde die A 20 (ebenso wie beim SPD-Wahlprogramm) vor der A 39 genannt. Während man dies vielleicht noch mit der alphabetischen Reihenfolge erklären könne, seien neuerliche aktuelle Aussagen auf der Internetseite der CDU Niedersachsen umso enthüllender und eindeutiger: Wenn man dort "Positionen" anklicke und danach die Aussagen zum "Verkehr", heiße es klar und deutlich wie folgt (ungekürzt, Hervorhebung durch den LBU:   

"Mobilität ist Ausdruck persönlicher Freiheit sowie Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und somit für den Ausbau von Beschäftigung und Wohlstand. Niedersachsen ist die Drehscheibe für internationale Handels- und Verkehrsströme. Für uns ist die Globalisierung eine Chance für das Zukunftsland Niedersachsen. Im Standortwettbewerb und für die wachsende Mobilität der Menschen spielt eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur eine bedeutende Rolle. Daher haben wir viel für die Infrastruktur unseres Landes getan.

Häfen
Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven ist das derzeit wichtigste Infrastrukturprojekt bei uns in Niedersachsen. Rund eine Milliarde Euro wird in den Bau investiert. Davon tragen Niedersachsen und Bremen rund 650 Millionen Euro. 2.000 Arbeitsplätze werden hierdurch geschaffen, davon 900 unmittelbar im Hafen und 1.100 in der Hafenwirtschaft. Am 5. August 2012 folgt die Inbetriebnahme des ersten Teilstücks (1.000 Meter Kaje). Mit zusätzlichen 200 Mio. Euro in den Jahren 2009 und 2010 wurde der Ausbau weiterer niedersächsische Hafenstandorte angestoßen, darunter Brake, Cuxhaven, Emden und Stade-Bützfleth. 

Wasserstraßen
Niedersachsen hat den Bund zum Ausbau des Mittellandkanals als eine der wichtigsten Binnen-Wasseradern bewegt und auch entsprechende finanzielle Zuweisungen getätigt. Durch den Ausbau von Kanälen und Schleusen wurde die Binnenschifffahrt in Niedersachsen nachhaltig gestärkt. Die Ems- und Weservertiefung sorgen für eine verbesserte Hinterlandanbindung der Nordseehäfen. Bei der von Hamburg geplanten Elbvertiefung konnten bereits erhebliche Finanzmittel des Bundes zur Sicherung des Deichschutzes errungen werden. Niedersachsen wird nur dann sein Einvernehmen erklären, wenn die noch bestehenden Bedenken hinsichtlich des Deichschutzes sowie der Wasserversorgung der Obstbauern im Alten Land ausgeräumt sind. 

Straßen
Die geplante Autobahn A 20 hat für die verkehrliche Entwicklung in Niedersachsen oberste Priorität und sichert zusammen mit den bestehenden Autobahnen (A 1, A 2 und A 7) Niedersachsens Bedeutung als Reise- und Transitland in Europa. Die A 20 leistet einen wertvollen Beitrag zur Erschließung des nordwestdeutschen Verkehrsraumes. Die Küstenautobahn A 20 stärkt die Bedeutung Niedersachsens als Logistikstandort und verbessert gleichzeitig die Hinterlandanbindung der Seehäfen an der Nordsee und die Erreichbarkeit des Unterweser- und Unterelberaumes. 
Mit unserem sehr erfolgreichen Modellversuch "Begleitetes Fahren mit 17" wurde Niedersachsen zum Vorreiter für eine bundesweit einheitliche Regelung für mehr Sicherheit von Fahranfängern im Straßenverkehr.

Zugverkehr
Mit dem Programm "Niedersachsen ist am Zug 1+2" hat die Landesregierung viel für den Ausbau und die Modernisierung der Niedersächsischen Bahnhöfe getan. Mehr als die Hälfte aller Bahnhöfe im Lande sind moderner, sicherer, komfortabler und serviceorientierter geworden und mit dem Harz-Weser-Vertrag des Landes mit der Deutschen Bahn AG konnte in Südostniedersachsen schon ein Großteil der Bahnstrecken modernisiert werden.

Flugverkehr
Durch den Ausbau des Forschungsflughafens in Braunschweig wurde die Rolle der gesamten Region als wichtige Luftfahrtregion in Niedersachsen und Norddeutschland gestärkt. Im Rahmen der Förderprogramme LuFo 1 und 2 wird der weitere Ausbau der Luft- und Raumfahrtsforschung in Niedersachsen unterstützt. Mit zusätzlichen Mitteln haben wir neue Produktionsverfahren der kohlefaserverstärkten Verbundwerkstoffe (CFK) für den Einsatz im Flugzeugbau gefördert. Das so genannte "CFK"-Valley bei Stade und die Hochschulansiedlung auf dem neuen "Composite Campus Stade" stehen beispielhaft für die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft im Zukunftsmarkt Mobilität.

ÖPNV
Mit dem Niedersächsischen Nahverkehrgesetz hat die CDU geführte Landesregierung das hohe Niveau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) auf Schienen und Straßen gesichert. Während die jährlich gut 50 Mio. Euro aus dem Entflechtungsgesetz vor allem zur Investitionsförderung genutzt werden, steht den kommunalen Aufgabenträgern eine jährliche Pauschalförderung von rund 21,5 Millionen Euro zur Verfügung, z. B. für die Modernisierung der eingesetzten Fahrzeuge im ÖPNV. Die bewährte Form der Mittelverwendung konnte auf Initiative der CDU-Landtagsfraktion über 2013 hinaus gesichert werden."

Egal, ob diese Aussage der CDU zur A 20 und die Nichterwähnung der A 39 unbeabsichtigt so klar auf die Internetseite geraten sei – für den LBU sei nun endgültig bestätigt: Die anhaltende Propaganda vom Bau der A 39 diene der CDU nur noch dazu, ihre Kommunalpolitiker in der Ostheide bei Laune zu halten und ihnen ihr geliebtes Wahlkampfthema zu lange wie möglich zu belassen. Es gebe leider immer noch Bürger und Wähler, die darauf hereinfallen würden: sogar auf die Ankündigung des Uelzener CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer, der im Beisein von Ministerpräsident McAllister (der dazu aber bezeichnenderweise geschwiegen habe) den Baubeginn der A 39 gar für "Sommer 2013" versprochen und kürzlich sogar die Ansiedlung von Mercedes in Uelzen infolge der A 39 angedacht habe.     

Dies alles ist nicht nur eine Verhohnepiepelung aller Bürger“, so LBU-Regionalsprecher Günter Schäfers, „sondern auch extrem schädlich für unsere Region.“ Das unreflektierte Hineinhieven der nachweislich unsinnigen A 39 seinerzeit in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans durch den SPD-Landtagswahlkämpfer Schröder (mit Unterstützung der CDU) habe schon 2003 lediglich den ideologischen Autobahn-Dogmatismus wahlkämpfender Lokalpolitiker bedient.

Diese A-39-Entscheidung gehe zu Lasten der Region: Die Ortsumgehungen an der B 4 seien durch die A 39 aus dem Verkehrswegeplan geschubst und zugunsten der Fata Morgana A 39 seit 10 Jahren nicht mehr weiter verfolgt worden. Die Kirchweyher hätten genau deshalb so lange und hart um ihre Umgehung kämpfen müssen. Im „(Irr-) Glauben an die A 39“ vernachlässigten CDU- und SPD-Politiker zudem ihre eigentlichen Hausaufgaben, nämlich die Entwicklung eines realistischen Regionalkonzepts für Wirtschaft und Verkehr, z.B. den 2+1-Ausbau der B 4 oder den HVV-Anschluss.      
     
Der LBU forderte CDU- und SPD-Politiker dringlich auf, endlich mit der „Selbst- und Fremd-Begaukelung in Sachen A 39“ aufzuhören und endlich die Wahrheit zu sagen: Die A 39 werde vielleicht noch zu Ende geplant, aber nicht gebaut! Die Politiker müssten sich stattdessen an die wirklichen Aufgaben für die Region machen. Dabei könnten sie dann auf die Unterstützung auch der A-39-Gegner rechnen. Andernfalls sei man aber auch bereit und zuversichtlich, die A 39 nötigenfalls auch auf dem Klagewege zu verhindern. Es sei aber „eigentlich schade um die Energie, die wir bisher und hoffentlich nicht mehr lange wegen Eurer A-39-Wahlkampf-Ausreden und A-39-Ideologien aufwenden müssen.“ Diese Kraft  wolle man lieber für positive Projekte oder zur Unterstützung der A-20-Gegner nützen.

Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist laut LBU klar gegen die A 39: Die Umfragen im Internet und in den Tageszeitungen ergäben seit Jahren mehrheitliche Ablehnungen der A 39, und auch die amtliche Bienenbütteler Bürgerbefragung habe zu einer Zweidrittelmehrheit gegen die geforderte A-39-Abfahrt geführt. Wie der Rat von Bad Bevensen hätten sich viele Gemeindevertretungen gegen die A 39 positioniert. Auch viele Mitglieder von CDU und SPD seien im A-39-Widerstand aktiv. 

Der LBU forderte deshalb CDU- und SPD-Spitzenpolitiker auf: „Einen Fehler einzugestehen, bedeutet nicht Schwäche, sondern Stärke. Gebt Euch einen Ruck und sorgt dafür, dass bei der Anmeldung der niedersächsischen Wünsche für den neuen Bundesverkehrswege-plan keine neuen und unfinanzierbaren Unsinns-Autobahnen mehr dabei sind. Seid endlich ehrlich - im Interesse unserer Heimat!“

Pressemitteilung: Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V.   
Regionalgruppe Ostheide – Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24
29553 Bienenbüttel

Die Autobahnplaner sorgen für Unruhe

Hallo zusammen,

das Jahr 2012 neigt sich dem Ende entgegen und es werden wieder viele Jahresrückblicke gesendet. Deswegen habe ich schon vor ein paar Wochen einen Artikel verfasst, welcher es sogar ins aktuelle Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Boldecker Land geschafft hat. Mehr dazu weiter unten.

Am letzten Mittwoch hat sich unser Organisations-Team getroffen und wir haben die ersten Pläne für 2013 geschmiedet. Wenn am 08. Januar zwischen 15:00 bis 16:30Uhr die sportpolitische Sprecherin der grünen Bundestagfraktion Viola von Cramon das Tappenbecker-Sportgelände besucht, um sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen, dann wollen wir die A39-Trasse mit Flatterband sichtbar über den gesamten Sportplatz darstellen.

Wo wir gerade beim Thema Flatterband sind. Hier noch eine kleine Anleitung für die Absperrband-Schleifen. Eine Rolle Absperrband (Flatterband) und etwas Bindedraht aus dem Baumarkt. 115 cm vom Absperrband abschneiden und in der Mitte mit 15cm Bindedraht irgendwo befestigen. Danach eine Schleife binden. Die Enden vom Flatterband können noch spitz zugeschnitten werden. Es wäre ein tolles Zeichen der Gemeinschaft, wenn zum Fest möglichst viele Häuser damit geschmückt wären! Natürlich könnt ihr die Schleifen auch fertig bei uns bekommen, einfach melden.


Hier nun der Artikel: Die Autobahnplaner sorgen für Unruhe

Nachdem es in unserer Region lange Jahre um den geplanten Ausbau der Autobahn A39 sehr still war, überschlagen sich in diesem Jahr die Ereignisse.

Anfang März gab es eine Infoveranstaltung des "Dachverbandes der Bürgerinitiativen Keine-A39". Daraufhin gründete sich die "Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land (BI)". Ende August sickerte eine Änderung der Autobahnplanern für eine bewirtschaftete Tank- und Rastanlage zwischen Jembke und Tappenbeck durch. Daraufhin organisierte die BI eine Demonstration. Am 22. September machten sich bei extrem schlechtem Wetter rund 600 Bürger auf den Weg zur geplanten Rastanlage.

Einen Monat später gab es am 18. Oktober einen viel beachteten Vortrag vom Verkehrsexperten Professor Pez und sogar einen Fernsehbeitrag im Norddeutschen Fernsehen.

Mitte November folgte die nächste Hiobsbotschaft, denn die Tappenbecker Sportanlage wurde mit einem viel zu niedrigen Wert bemessen. Damit wäre kein vergleichbarer Ersatz zu beschaffen. Deswegen organisierten wir am 23. November eine beeindruckende Mahnwache auf dem Sportgelände.

Vielleicht hat die BI nicht immer den richtigen Ton getroffen, denn in der Politik gibt es viele Tonarten. Wir sind keine "Blockierer", wir möchten uns konstruktiv für vernünftige Lösungen der Verkehrsprobleme einbringen. Die endlosen Planungen an der A39 halten noch einige Überraschungen bereit. Deshalb gilt es genau hinzuschauen, was mit unserer Heimat passiert und gegebenenfalls Alternativen zu prüfen.

Und wieder verabschiedet sich ein IHK-Wunschprojekt: A 21-Querspange ist vom Tisch

Einen besinnlichen 3. Advent,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Samstag, 8. Dezember 2012

Autos, Autos, Autos ... und wo bleibt der Mensch?

Hallo zusammen,

in dieser Woche waren wieder einige Veranstaltungen, welche ich hier mal kurz zusammen fasse.

Am 04.12. gab es eine Infoveranstaltung für die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung in der Jembker Gemarkung. Der Vorstand sowie die LGLN äußerten ihr bedauern über die schlechte Informationspolitik der Straßenplaner in Niedersachsen. Per Zeitungsartikel vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, wie im Sommer mit der Verlegung der T+R Anlage geschehen, ist ein Unding.

Die Flurbereinigung ist eine vorbereitende Maßnahme für die geplante A39, wobei die Last auf alle Grundeigentümer gleichmäßig verteilt werden soll. Bei Planfeststellung wird sie mit einem Antrag an die Enteignungsbehörde in eine Unternehmensflurbereinigung nach Paragraph 87 umgewandelt. Flurbereinigungen haben schon immer für böses Blut gesorgt, denn wer gibt schon gerne sein Land her? Grundeigentümer sollten im Januar aufmerksam die öffentlichen Mitteilungen in der Presse verfolgen, denn Anfang Februar sind Beratungstermine zur Wertfeststellung der einzelnen Flächen geplant.

Der Dienstag Abend war noch jung und ging es anschließend zur öffentlichen Ratssitzung des Bauausschusses in Bokensdorf. Dort wurde bekannt, dass für den geplanten Ausbau des Kirchweges im Wochenendgebiet keine 17000 EUR Zuschuss vom Land bewilligt wurden, weil keine Mittel vorhanden sind. Wieso Niedersachsen trotzdem jährlich 90 Millionen EUR für die Planung von Bundesstraßen und Autobahnen über hat, obwohl sie dafür gar nicht zuständig sind, lässt sich mit gesunden Menschenverstand nicht erklären. Ebenso unverständlich woher Ministerpräsident McAllister die Milliarden für die im Wahlkampf versprochenen Autobahnen her nehmen will!?

Am Mittwoch Abend gab es eine Infoveranstaltung in Wolfsburg Mörse. Eingeladen hatte die dortige Bürgerinitiative "Lärmschutz A39" (Video: Aufnahme am selben Abend 22:30 in der Nähe der A39). Die Veranstaltung war recht zahm. Die BI hat sich meiner Meinung nach vom Klaus Mohrs sehr schnell um den Finger wickeln lassen. Genau wie bei uns wird seitens der Bürgervertreter erst einmal auf den geplanten Ausbau der Autobahn gewartet. Um danach zu sehen, was man tun kann, bzw. welche Maßnahmen der Bund übernimmt. Das der Bund im Gegensatz zur Stadt Wolfsburg leere Taschen hat, wird gar nicht berücksichtigt. Die Stadt in Zusammenarbeit mit der Task-Force-Verkehr hat die Prioritäten erst einmal im innerstädtischen Bereich gesetzt.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs: "...durch den Weiterbau der A 39 der Pfropfen gezogen wird." Dann soll das Verkehrsaufkommen von rund 60.000 Fahrzeugen pro Tag auf gut 80.000 (wie auf der A2) steigen. Dann wird es so laut, dass Lärmschutzmaßnahmen vom Bund bezahlt werden müssen. Danach hat man dann wieder einen Lärmpegel wie jetzt!!!

Dann spricht er noch von einem notwendigen 6-Spurigen-Ausbau der A39 um den Schichtverkehr zu entlasten. Wer sich die Situation mal genauer angesehen hat, wird feststellen, dass es vorwiegend auf dem Weg in das VW-Werk täglich einen Rückstau auf die A39 gibt. Denn das Nadelöhr sind die Zufahrten und Parkplätze am Werksgelände.

Wo bleibt da die Vernunft Herr Mohrs? Zumal Lärm nicht die einzige Belastung ist. Was ist zum Beispiel mit dem Anstieg von krebserregenden Feinstäuben durch die zusätzlichen Fahrzeuge?

Letzte Woche war Herr Mohrs bei der Grundsteinlegung des Cargobeamer-Projektes und ein paar Tage später spricht er schon wieder davon, dass zukünftig mehr LKWs über die Straße VW versorgen.

Was bei allen diesen Terminen immer wieder deutlich wird: Es geht um "Autos Autos Autos", nur der Mensch steht immer an zweiter Stelle. Klar ohne Volkswagen würde unsere Region etwas anders aussehen, aber ist diese bedingungslose Unterordnung noch ein Zukunftsmodell?

Ein schönes Wochenende, einen besinnlichen 2. Advent und geniest die Winterlandschaft im Boldecker Land!
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.

Montag, 3. Dezember 2012

Volkswagen will mehr LKW-Verkehr auf die Schiene bringen

Hallo zusammen,

in der letzten Woche wurde auf dem Volkswagen Werksgelände in Wolfsburg der Grundstein für eine Pilotanlage der Firma CargoBeamer gelegt. Die Firma investiert 2,5 Millionen Euro in den Bau eines vollkommen neuartigen LKW-Umschlagplatzes.

Täglich versorgen mehr als 1000 Lkw das Volkswagen Werk Wolfsburg. Durch das neuartige automatische Umschlagsystem können LKW-Sattelfauflieger ohne Verladung durch Kräne am kombinierten Verkehr Straße/Schiene teilnehmen. Dieser Umschlagvorgang dauert nur 20 Minuten. So leistet das System einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung des Straßengüterverkehrs. Der Schienentransport reduziert im Vergleich zum Lkw den CO2-Ausstoß um bis zu 60 % und den Energieverbrauch um über 70%.

Volkswagen hat sich mit der Initiative „Think Blue. Factory.“ das Ziel gesetzt, die Produktion an allen Standorten der Marke bis 2018 um 25 Prozent umweltfreundlicher zu machen.

Wenn diese Technik in einigen Jahren dazu führen würde, dass der Lkw-Verkehr auf den Autobahnen gegenüber heute um 10% abnehmen würde, wäre keine Entlastungsfunktion für die A 7 durch eine A 39 mehr erforderlich! Damit haben die Befürworter der A 39 noch weniger Argumente.

Quelle: cargobeamer.de - Grundsteinlegung für das neue Terminal bei Volkswagen in Wolfsburg
Quelle: vogel.de - Cargobeamer baut Pilotterminal bei VW

Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
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Samstag, 1. Dezember 2012

McAllister: Studenten vergraulen und mit der A 39 Fachleute anlocken?

Hallo zusammen,

Ministerpräsident David McAllister hat gestern in einem Vortrag an der Ostfalia-Hochschule Suderburg den Studenten die Notwendigkeit von Studiengebühren erklärt, weil das Land Niedersachsen keine 200 EUR Millionen dafür hat. Er verwies auch auf den vereinbarten Schuldenstopp der Länder ab 2020.

Im selben Vortrag sprach sich McAllister erneut für den den geplanten Ausbau der A39 aus, welche angeblich Fachkräfte anlocken würde.

Bei Studenten sparen und gleichzeitig unsere Kindeskinder mit Milliarden neuer Schulden für eine unvernünftige A39 belasten!?

Lieber Ministerpräsident, gute Fachkräfte bekommt man durch gute Ausbildung und nicht mit einer Autobahn!

Allein schon die Millionen, welche Niedersachsen freiwillig Jahr für Jahr durch die unendliche Planung von Bundesstraßen und Bundesautobahnen ausgibt, würden im Sektor Bildung mehr Rendite bringen. Zur aufwändigen Planung hier noch ein Zitat vom Leiter der Straßenbaubehörde Dirk Möller: "Wirklich fix sei die Trasse erst, wenn ein rechtsgültiger Planfeststellungsbeschluss vorliege." Aus dem Artikel zur jüngsten Trassenverschiebung bei Wittingen.

Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
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Freitag, 30. November 2012

Regionalkonzepte statt leeres Autobahn-Wahlkampf-Gerede!

Trotz der von der CDU-CSU-FDP-Regierungskoalition auf Bundesebene beschlossenen Erhöhung der Mittel für Verkehrsprojekte um 750 Millionen Euro bleiben nach Einschätzung des niedersächsischen Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) die Autobahnbau-Ankündigungen für A 39 oder A 20 von CDU, FDP und SPD im niedersächsischen Landtagswahlkampf "nichts als leere Sprüche". Der LBU forderte CDU, SPD und FDP zum Ende ihres "unseriösen und ungedeckten Autobahn-Wahlkampfs" auf.

Während jedermann klar sei, dass der neue Bundesverkehrswegeplan ab 2015 deutlich restriktiver sein werde und kaum neue Autobahnen enthalten werde, versprächen CDU und SPD den niedersächsischen Wählern sogar zwei neue Autobahnen auf einmal. Nach Einschätzung von LBU-Regionalsprecher Günter Schäfers wollten beide Parteien mit ihren "Wahlkampfautobahnen" nur verschleiern, dass ihnen wirkliche realistische Konzepte einer zukunftsweisenden Verkehrs- und Regionalpolitik fehlten: "Wenn einem sonst nicht einfällt, redet man weiterhin von Autobahnen als Heilsbringern." CDU-Landtagskandidat Hillmer verkünde im Wahlkampf sogar die mögliche Ansiedlung von Mercedes in Uelzen. Da müsse man sich über die Politiker-Verdrossenheit vieler Bürger nicht wundern.

Laut Bundesverkehrsminister Ramsauer reichen angesichts der "dramatischen Unterfinanzierung bei allen Verkehrsträgern" im Bundeshaushalt die Mittel nicht einmal für die Instandhaltung der bestehenden Verkehrswege und die Fertigstellung bereits begonnener Bauprojekte: Die Infrastruktur bröckele "an vielen Stellen sprichwörtlich unter den Rädern weg", ohne zusätzliche Finanzierung müssten selbst "laufende Projekte zeitlich gestreckt" werden. Offenbar, so der LBU, habe die Steigerung der Baukosten bei Reparaturen und Fertigstellung laufender Projekte dazu geführt, dass selbst die im Investitionsrahmenplan zunächst noch für neue Straßen-, Schienen- und Wasser-Projekte vorgesehenen 7,5 Milliarden aufgebraucht seien. Von neuen Projekten wie etwa A 39 oder A 20 sei bei Ramsauer bezeichnenderweise schon gar nicht mehr die Rede.

LBU-Sprecher Schäfers zeigte sich überzeugt, dass die A-39-Gegner und ihr Schutz- und Klagefond die ohnehin nicht finanzierbare A 39 zusätzlich durch Klagen verhindern würden.

Im laufenden Planfeststellungsverfahren zum Lüneburger Abschnitt 1 der geplanten A 39 sind etwa 1.600 Einwendungen von Bürgern, dem Dachverband der Bürgerinitiativen, Umweltverbänden (BUND, NABU, LBU), weiteren Organisationen und Gemeinden erhoben worden. Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) verweist darauf, dass dabei sowohl Einwände zu den Lärm- und Immissions-Auswirkungen der A 39 beim Ausbau der Lüneburger Ostumgehung zu einer Autobahn gemacht wurden als auch solche, die den gesamten Bau der A 39 in Frage stellen und unmöglich machen. Diese würden durch Gutachten renommierter Experten untermauert.

Laut LBU-Regionalsprecher Günter Schäfers richten sich die Einwendungen vor allem auf folgende Punkte: Dass es keinen volkswirtschaftlichen Bedarf an der A 39 gebe, sei daraus abzuleiten, dass deren südlicher Teil noch 2003 nicht im Referentenentwurf für den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten war und dass die staatliche "Verkehrsuntersuchung Nordost" anstelle eines Autobahnbaus den Ausbau der B 4 verlangte. Trotz eines besonderen naturschutzfachlichen Planungsauftrags ("Ökostern") hätten die Planer diesen Ausbau der Bundesstraße nicht untersucht.

Die Planung der zuführenden Querspange B 190n zwischen Uelzen und Bodenteich - quer durch das "Grüne Band" entlang der ehemaligen Grenze - sei ebenfalls fehlerhaft und führe zu überhöhten Verkehrszahlen-Annahmen für den südlichen Streckenteil , weil der alternativ mögliche Ausbau der B 71 (Salzwedel - Uelzen) nicht berücksichtigt worden sei. Gegen diese Trassenführung dieses A-39-Zubringers habe selbst das Bundesumweltministerium Stellung bezogen.

Auch insgesamt liege die offizielle Prognose über den zukünftigen Verkehr viel zu hoch, was sich an rückläufigen Verkehrszahlen auf der B 4 schon jetzt deutlich zeige. Verkehrsmindernde Faktoren wie demografischer Wandel, Ölpreissteigerung, Ausbau der parallelen A 7 oder Verbote für den Durchgangsverkehr seien nicht berücksichtigt.

Die Unwirtschaftlichkeit der A 39 zeige sich auch an einem immer schlechteren Nutzen-Kosten-Verhältnis, das nach massiven Kostensteigerungen von 2003 bis 2011 (von 0,437 auf nunmehr 1.1 Milliarden Euro) jetzt schon mit nur 1,9 weit unter dem anderer Verkehrsprojekte liege. Lege man die Kostensätze des CDU-Wirtschaftsrates an, so gerate die A 39 mit voraussichtlich 2,7 Milliarden Euro endgültig in den Verlustbereich.

Die Verbände kritisieren außerdem die willkürlichen Methoden und fehlerhaften Ergebnisse bei der Abwägung zwischen möglichen Trassen-Verläufen und generell eine Unterbewertung des "Schutzgutes Mensch". Die unter anderem vom Bundesumweltministerium erhobenen Forderungen bei der Durchschneidung der FFH- und Vogelschutz-Gebiete (Ilmenau, Ostheide, Lüderbruch, Vogelmoor, Obere Aller) seien nicht erfüllt. Die Zerschneidung von Wegen und Lebensräumen seltener Arten wie Ortolan, Wachtelkönig, Fledermäusen, Rothirsch, Wolf, Biber oder Otter sei nicht ausgleichbar. Im Bereich der Kleinen Aller drohe zudem ein Eindringen von Schadstoffen ins Grundwasser.

Viele Landwirte werden durch den Flächenverlust infolge Bebauung, Zerschneidung und Kompensationsmaßnahmen direkt existenziell bedroht, angesichts der Flächenknappheit und Entschädigungszahlungen weit unterhalb des Verkehrswerts führe die A 39 zu einer Pacht- und Bodenpreistreiberei zu Lasten aller Landwirte.

LBU-Sprecher Schäfers verwies auf den mit 60.000 Euro gut gefüllten Schutz- und Klagefond der A-39-Gegner - man sei für Klagen gut gerüstet. Der LBU erinnerte in diesem Zusammenhang an die vollmundige Erklärung des CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer, der am 24.7.2012 in Uelzen im Beisein von Ministerpräsident McAllister den A-39-Baubeginn für "Sommer 2013" angekündigt hatte. LBU-Sprecher Günter Schäfers kündigte an, man werde beide von nun an in regelmäßigen Abständen an diese Ankündigung erinnern nach dem Beispiel : "Noch 9 Monate, dann wissen wir Bürger endgültig, was von CDU-Wahlversprechen zum Bau der A 39 zu halten ist."

Der LBU rief deshalb alle Parteien zu einer klaren Absage an unsinnige, unrealistische und schädliche Autobahn-Pläne auf und stattdessen zur Vorlage eines zukunftsfähigen und regionaldienlichen Konzepts für den Ausbau vorhandener Verkehrswege und alternativer Verkehrsprojekte.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz
Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Dienstag, 27. November 2012

Lärm-Grenzwerte entlang der A 39 werden überschritten

Hallo zusammen,

in einem Artikel der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung wird für Mittwoch, 5. Dezember eine A 39 Infoveranstaltung angekündigt. Organisator ist die Bürgerinitiative "Lärmschutz A 39". Sie stellt zusammen mit der Stadtverwaltung ein Lärm-Gutachten vor. Oberbürgermeister Klaus Mohrs soll ebenfalls eine Stellungnahme abgeben und die Bürger können fragen stellen.

In diesem Gutachten wird bestätigt: "Die Lärm-Grenzwerte entlang der Autobahn A 39 werden überschritten!". Prognosen gehen davon aus, dass der Verkehr von derzeit 63.000 Fahrzeugen nach einem Ausbau der A 39 auf 120.000 ansteigen wird.

Hervorzuheben ist hier, dass die Wolfsburger Bürgerinitiative "Lärmschutz A 39" offensichtlich jetzt mit der Stadtverwaltung eng zusammen arbeitet. Allerdings hat es wohl auch etwas gedauert, wie man hier nachlesen kann. Andernorts scheint es also zu funktionieren!? Oder müssen wir erst warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist?

Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
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Montag, 26. November 2012

Demokratie macht Spaß - Bilder zur Mahnwache gegen die A39 in Tappenbeck

Hallo zusammen,

heute steht ein positiver Artikel in der Lokalpresse von der Mahnwache auf dem Tappenbecker Sportgelände . Leider gibt es die Artikel nicht als Online-Versionen und somit kann ich die hier nicht verlinken.

Die Stimmung an dem Abend hier in Worte zu fassen oder mit dem Smartphone eindrucksvolle Bilder bei Regen und Dunkelheit zu machen, ist schon eine Herausforderung. ;-)

Hier sind ein paar Fotos der Veranstaltung, welche uns freundlicherweise Yvonne zur Verfügung gestellt hat. Meine Erkenntnis: Man sollte erst gar nicht probieren


Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
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Sonntag, 25. November 2012

A39: SPD warnt vor falschen Hoffnungen

Hallo Zusammen,

die Neue Westfälische berichtet in einem Online-Artikel vom vergangenen Freitag zwar über einen anderen Teil der A 39, aber es tauchen am Anfang wieder die auch bei uns oft angewendeten Argumente mancher Politiker auf: "Damit käme der Kreis Höxter aus dem Verkehrsschatten heraus, in dem er seit Jahrzehnten liegt." Dann ändert sich der Artikel schlagartig in: "... eine Realisierung frühestens in 20 Jahren zu erreichen sei." und "... derzeit die Bundesregierung noch nicht einmal genügend Geld zur Verfügung stelle, um die vorhandenen Bundesstraßen und Autobahnen anständig zu unterhalten." Zum Abschluss noch die Empfehlung eines SPD-Geschäftsführers, die A39 nicht in Wahlkämpfen zu verwenden! Das spricht für sich selbst und ich lasse das mal unkommentiert.

Wer schon immer wissen wollte, welche Möglichkeiten normale Bürger haben um auf Planungen von Großvorhaben im Verkehrssektor einzuwirken, findet wissenswertes in dem offiziellen Handbuch für eine gute Bürgerbeteiligung (PDF) vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)

Nach dem Motto "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" hier noch ein etwas älteres Fundstück: Der keine A39 Song: "Romantische Küsse auf der Autobahnbrücke... (MP3)"

Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
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Samstag, 24. November 2012

Mahnwache in Tappenbeck gegen unsinnige Verkehrsplanungen

Hallo zusammen,

kurz vor 18Uhr fing es gestern Abend an zu regnen, aber trotzdem war der Andrang groß auf dem Sportplatz. Wir hatten 75 Fackeln besorgt und hätten mehr als doppelt so viele benötigt, damit wirklich jeder eine Fackel bekommt. Das Organisationsteam hat sich über die rege Teilnahme sehr gefreut. Aus jedem von der A39 betroffenem Ort waren Bürger anwesend und haben ihre Solidarität zu bekunden.

In Tappenbeck soll es keinen Sport mehr geben. Der Jembker Volkslauf und viele andere Veranstaltungen unter freiem Himmel sollen durch die geplante Autobahn A39 ganz enge Grenzen gesetzt werden.

Nach der beeindruckenden Kulisse einer langen Menschenkette mit Fackeln über die gesamten zwei Fußballfelder, erklärte ich dann kurz den Sinn der auch hier als Bild gezeigten Trassierband-Schleife. Diese soll jeder Bürger gut sichtbar von der Straße aussen am Wohnhaus als Zeichen der Solidarität anbringen. Wer zukünftig durch den Ort spazieren geht, erkennt sofort wer sich mit ihm zusammen für vernünftigere Lösungen engagiert.

Danach übergab ich meine Fackel dem Kai Schneider aus Tappenbeck. Denn nun besteht das Organisationsteam der Bürgerinitiative nicht mehr nur aus ein paar "verrückten Jembkern", sondern es hat sich um einige engagierte Tappenbecker erweitert. :-)


Anschließend lud Kai die Teilnehmer zum gemütlichen Teil in Sportheim ein, wo die Tappenbecker-Organisatoren reichlich fürs leibliche Wohl gesorgt hatten. Spontan hielt unter anderem Eva Gresky vom BUND noch eine kleine Rede zum Thema zivilen Widerstand. Insgesamt sind wir mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden.

So können wir gestärkt ins neue Jahr gehen. Gemeinsam sind wir stark!

Bis dann,
Norbert Schulze

Dies ist ein privater Beitrag von Norbert Schulze als Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Er gibt nicht unbedingt die Meinung der gesamten Bürgerinitiative wieder. Wer sachliche Fehler findet, darf sie hier gerne kommentieren oder mich persönlich kontaktieren. Kontaktdaten sind im Impressum zu finden.



PS: Im Rahmen der Veranstaltung berichteten mir einige Tappenbecker, dass gestern Morgen alle Ortsschilder überklebt wurden. Auf dem Heimweg fand ich nahe dem Ortsschild an der B248 im Straßengraben das nebenstehende Schild
In Tappenbeck scheint es wohl eine Untergrundorganisation zu geben!?
Die hatten das Papier nur mit doppelseitigem Klebeband angeklebt

Das Jembker Wappen ist grün und nicht blau!

Hallo zusammen,

am Donnerstag war wieder eine öffentliche Ratssitzung der Gemeinde Jembke in der Brotje-Klause. Der Bürgermeister Henning Schulze las dabei eine Stellungnahme an das Bundesverkehrsministerium in Berlin vor. Aus dem Ergebnis der Meinungsabfrage bat man darin, den A-39-Rasthof zu stoppen.


Ich stellte daraufhin die Frage: "Mehr wird also nicht gemacht?" Der Bürgermeister betonte deutlich, dass er an die Grenzen seiner Belastbarkeit gestoßen ist. Der Wunsch von unserem Mitglied der Bürgerinitiative Günter Lamprecht, doch nun gemeinsam einen Ausschuss bilden um sich die Arbeit zu teilen, wurde zumindest vom Bürgermeister nicht mehr so heftig abgelehnt wie in den Ratssitzungen zuvor. Allerdings zitierte Ratsmitglied Hermann Herbold aus einem meiner älteren Blog-Artikel, in welchem ich angeblich die Jembker Gemeindemitglieder unsachlich angreife.

Daraufhin steht heute in der Aller-Zeitung: "Norbert Schulze hatte die Umfrage auf
der BI-Homepage als undurchsichtig kritisiert und dem Rat vorgeworfen, die
Bürger „vor einen politischen Karren“ spannen zu wollen."


In der Gifhorner Rundschau stand gestern schon: "

Leider stimmen diese Presseberichte nicht mit dem tatsächlichen Verlauf der Ratssitzung überein, denn es wahr durchaus eine zartes Pflänzchen der Kommunikationsbereitschaft seitens des Bürgermeisters zu erkennen.

Die Meinungsabfrage war nicht transparent und das mit dem Karren war als Frage formuliert, von Beleidigungen also nichts zu finden. Des Weiteren interpretierte Herbold einen Satz aus unserem "Danke-Jembke-Flyer" so als wenn wir damit sagen wollten: "Die Gemeindevertreter seien faul!".


Ein normaler Bürger muss nicht immer politisch korrekt sein. Von einem gewählten Gemeindevertreter darf man allerdings Besonnenheit erwarten und persönliche Befindlichkeiten hinten anzustellen. Denn es geht schließlich um wichtige Entscheidungen, die die Zukunft einer Gemeinde betreffen. Vielleicht sollten die Lokalpolitiker damit aufhören zwischen den Zeilen zu lesen und anfangen uns Bürger endlich richtig zuzuhören!?

100 Prozent der Jembker wollen die Verkehrsprobleme im Ort JETZT lösen! Sie wollen Ruhe im Ort und das bekommt man nicht, wenn man auf eine unrealistische Autobahn wartet. Die unendliche und unvernünftige A39-Planung muss umgehend gestoppt werden. Man kann nicht Ewigkeiten einen Architekt für Luftschlösser bezahlen.

Wo ich gerade beim Thema "Luftschlösser" bin. Hauptsächlich ging es  in der Ratssitzung vom 22.11.2012 um den Ausbau der Hoitlinger Straße im Rahmen des Dorferneuerungsprograms.  Ich war damals in einigen Sitzungen dabei und habe auch an den Ortsbesichtigungen teil genommen. Die jetzt vom neuen Planungsbüro vorgestellten Lösungen haben nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Grundgedanken zu tun. Damals sagte ein anderer Planer, dass die Hoitlinger Straße viel zu breit wäre. Um Verkehrsberuhigung zu erreichen sollten beidseitig Parkbuchten entstehen, welche mit Bäumen begrenzt werden. Die aktuellen Planungen gleichen aber eher einer "Formel-1-Einflugschneise". Es sollen die Parkplätze am Schützenplatz verschwinden und die Einfahrt zum Kindergarten soll zukünftig über den Dannhopsweg erfolgen. Zumindest soll eine Dunkelampel den Kindern zukünftig die Überquerung der "innerörtlichen Rennstrecke" ermöglichen.

Wir Deutsche bauen die besten Autos der Welt, wir wollen alles mögliche mit elektronischen Hilfsmitteln lösen, aber wir sollten uns Menschen nicht immer diesen Dingen unterordnen. Das Jembker Wappen ist grün und nicht blau!

Bis dann,
Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land http://www.VernunftBuerger.de
Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" dar.